Flohé klettert zu WM-Bronze

von Redaktion

Aachener feiert mit blutenden Fingern größten Karriereerfolg

Hachioji – Mit blutenden Fingerkuppen und einem beeindruckenden Kraftakt hat Yannick Flohé bei der Kletter-WM in Japan für einen deutschen Coup gesorgt. Der 19-Jährige kämpfte sich gestern in der Disziplin Bouldern zur Bronzemedaille und dem größten Erfolg seiner Karriere. Zugleich bescherte er dem Deutschen Alpenverein das erste Edelmetall in Hachioji und eine hervorragende Ausgangslage für die Kombinationswertung. Bei der werden die ersten sieben Startplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vergeben.

Nach einem fulminanten Auftritt musste sich Flohé nur Weltmeister und Lokalmatador Tomoa Narasaki sowie dem Österreicher Jakob Schubert geschlagen geben. In einem extrem schwierigen Finale ließ der Sportler von der Alpenvereinssektion Aachen selbst Szene-Star Adam Ondra, der als bester Kletterer der Gegenwart gilt, hinter sich. Schon nach zwei von vier Boulder-Prüfungen bluteten Flohé die Finger, dennoch sicherte er sich mit einem starken Finish die Plakette.

„Yannick ist bei uns der junge Wilde und mit diesem Elan angereist“, hatte Bundestrainer Urs Stöcker schon vor dem Finale gesagt. „An ihn gab es kaum Erwartungen, er konnte das Feld von hinten aufrollen. Er ist unglaublich in Form und hervorragend geklettert.“

In der Disziplin Bouldern, also dem Klettern ohne Seilsicherung in Absprunghöhe, ist Flohé der erste WM-Medaillengewinner nach Jan Hojer im Jahr 2014. Der Routinier aus Köln und Mitfavorit auf das Podium hatte das Finale in seiner Paradedisziplin am Dienstag verpasst, darf aber noch auf den abschließenden Kombinationswettkampf hoffen. dpa

Artikel 5 von 11