Funkel fordert Gnade für Tönnies

von Redaktion

Düsseldorfs Trainer steht dem Schalker Aufsichtsratschef bei

Düsseldorf – Friedhelm Funkel hielt ein flammendes Plädoyer für eine zweite Chance für Clemens Tönnies, die neben ihm sitzenden Max Eberl, Armin Veh und Simon Rolfes nickten zustimmend. Die prominenten Bundesliga-Vertreter verurteilten zwar die rassistischen Aussagen des Schalker Aufsichtsratschef, sie befürworteten allerdings eine Rückkehr des milliardenschweren Unternehmers nach der selbst verordneten dreimonatigen Auszeit.

„Clemens hat eine Aussage getätigt, die nicht geht. Er hat sich in der Wortwahl vergriffen. Was jetzt mit ihm gemacht wird, halte ich nicht für in Ordnung. Er wird ja regelrecht geschlachtet“, sagte Trainer Funkel von Fortuna Düsseldorf beim Fußball-Gipfel der „Rheinischen Post“.

Tönnies habe einen „schweren Fehler“ gemacht. Diesen Fehler habe er „eingestanden und sich entschuldigt“, so Funkel. „Es bringen Leute mit einem Samurai-Schwert Menschen um. Da wird zwei Tage drüber berichtet, dann ist es vergessen. Wir müssen alle ein bisschen runterkommen.“

Der frühere Schalke-Manager Andreas Müller dagegen hätte sich von Clemens Tönnies einen Rücktritt des Aufsichtsratschefs gewünscht. „Ich glaube, dass es sinnvoll gewesen wäre, wenn Clemens von sich aus gesagt hätte: „Ich trete von meinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender zurück“, sagte der ehemalige Kapitän des Profiteams dem TV-Sender „Sky“. „Das bedeutet für mich nicht, dass er komplett aus dem Aufsichtsrat ausscheidet“, sagte Müller. „Aber ich glaube, das wäre ein positives Signal gewesen, um Reue zu zeigen.“

Tönnies hatte Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert und empfohlen, lieber 20 Kraftwerke in Afrika zu finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, so Tönnies.  sid/dpa

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