Berlin – Morten Olsen hatte vor 15 Jahren ein Angebot als Trainer der deutschen Nationalmannschaft zu arbeiten. Das berichtete der 102-fache dänische Nationalspieler und spätere Coach einen Tag vor seinem 70. Geburtstag in einem Interview der Zeitung „Die Welt“.
„Nach der EM in Portugal sollte ich Nachfolger von Rudi Völler werden. Franz Beckenbauer hat mich 2004 angesprochen und mir das Angebot unterbreitet“, sagte Olsen. Die deutsche Nationalmannschaft war bei dem Turnier ohne einen Sieg in drei Spielen bereits in der Vorrunde gescheitert. Doch Olsen lehnte das Amt des Bundestrainers ab. „Ich habe mich entschieden, Nationaltrainer in Dänemark zu bleiben. Wir hatten damals eine gute Generation. Ich wollte in meiner Heimat etwas erreichen“, begründete er seine Entscheidung. Eine Rückkehr auf die Trainerbank schließt Olsen aus.
Dabei liebte er den Job auf und neben dem Rasen heiß und innig. „Ich habe ein fantastisches Leben gehabt. Und dieses Leben war hauptsächlich der Fußball.“ Er sei zwar rund um die Uhr im Einsatz gewesen, habe das aber genossen. „Ich habe meine Arbeit als Sportler und als Trainer niemals als Arbeit betrachtet. Es war mein Hobby“, sagt der Mann aus Vordingborg etwa 90 Kilometer südlich von Kopenhagen rückblickend.
Es sei letztlich großartig, wenn man sein Hobby zum Beruf machen könne. dpa