Tempo-Defizit

von Redaktion

Die Bayern sehen vor dem Bundesliga-Start noch Verbesserungspotential

VON MANUEL BONKE

Cottbus – Tempo-Befehl kurz vorm Bundesliga-Start. Der FC Bayern eröffnet am Freitag gegen Hertha BSC die neue Saison – doch bei der Generalprobe gegen Regionalligist Energie Cottbus lahmte der Münchner Motor noch. Joshua Kimmich meinte nach dem 3:1-Sieg gegen Cottbus: „Wir haben noch viel Luft nach oben. Im Spiel mit dem Ball müssen wir Tempo reinkriegen und vielleicht auch mal einen Tick eher den Abschluss suchen. Wir haben immer versucht, noch einen Pass zu spielen. Dann verlierst du die Bälle oder bekommst einen Konter.“

Kapitän Manuel Neuer richtete in diesem Zusammenhang den Blick bereits auf den Liga-Auftakt gegen Berlin: „Wir hätten ein höheres Tempo gehen, den Ball schneller und zielstrebiger vors Tor spielen können. Wir müssen gegen Hertha einen anderen, temporeichen Fußball spielen, mit dem wir die Gegner vor Probleme stellen.“ Klarer Auftrag des Keepers an seine Vorderleute: Die Mannschaft braucht im Spiel nach vorne eine höhere Geschwindigkeit, um tief stehende Gegner schneller zu knacken.

Das sieht auch Trainer Niko Kovac so: „Vielleicht müssen wir die Ballzirkulation antreiben, dass der Ball schneller von A nach B läuft und unser Positionsspiel einfach so aufziehen, dass der Gegner wenig Möglichkeiten bekommt, überhaupt erst in Zweikämpfe zu kommen.“ Was Kovac meint: In Cottbus kam der Gegner vor allem mit seinem robusten Zweikampfverhalten überhaupt erst ins Spiel und forderte die Bayern trotz drei Spielklassen Unterschied.

Der Bayern-Trainer forderte freilich Verständnis dafür, dass seine Mannschaft (noch) keinen Highspeed-Fußball auf den Platz zauberte. „Man muss bedenken: Wir sind jetzt in der fünften Woche der Vorbereitung. Es war ein lauer Sommerabend, die Wärme kommt von unten. Da hat man schon gesehen, dass alle Mannschaften, die im Pokal gespielt haben, ihre Probleme hatten von der Luft her.“ Im nächsten Satz betonte der Kroate aber, dass seine Mannschaft auf einem guten Weg sei.

Jetzt kommt es vor allem darauf an, das richtige Trainingsmaß bis zum Start am Freitag zu finden. Wie genau die nächsten Tage an der Säbener Straße ausschauen werden, wollte Kovac freilich nicht verraten: „Das werde ich jetzt nicht offenlegen. Mein Freund Ante Covic (Hertha-Trainer, Anm. d. Red.) hört sehr gut zu.“

Der Kroate ließ lediglich durchblicken, dass man sich in allen Bereichen immer verbessern könne. Positiv dürfte es sein, dass Serge Gnabry nach seinen Oberschenkel-Problemen in Cottbus wieder Einsatzzeit bekam. Der Nationalspieler ist jemand, der für das nötige Tempo beim Double-Gewinner sorgen kann. Bisher ersetzte Thomas Müller Gnabry auf dem rechten Flügel – doch Geschwindigkeit ist bekanntlich nicht die größte Stärke eines Raumdeuters. Das war in Cottbus erneut zu sehen.

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