Der EHC und die Vision für Michael Wolf

von Redaktion

Zurückgetretener Kapitän soll einen Job in der Organisation bekommen – „Auf die Jagd“

VON GÜNTER KLEIN

München – Michael Wolf lebt nicht mehr in München, er spielt nicht mehr für den EHC, er hat ja überhaupt aufgehört mit Eishockey. Dafür, dass er sich in ein neues Leben hineintastet, ist er aber noch oft im alten: Er saß interessiert in der Olympia-Eishalle, als der EHC München vorige Woche mit dem Training anfing, und er war zu Gast bei der Teampräsentation am Himmelfahrtstag vor dem Stadion. „Es lag auf dem Weg“, sagte der 38-Jährige.

Gut geflunkert. Er trug das offizielle EHC-Polo, nahm teil an einer Talkrunde von Stadionsprecher Stefan Schneider mit EHC-Geschäftsführer Christian Winkler und Bundestrainer Toni Söderholm und wirkte noch absolut spielermäßig. „Der Sommer war kurz, ich tue nicht weniger als in meinen zwanzig Profijahren davor, ich habe mich vorbereitet, als würde ich weiterspielen.“ Wobei ihm schon klar ist: Dazu wird es nicht kommen. „Ich spüre, dass es die richtige Entscheidung war, aufzuhören.“

Vielleicht steckt in Wolfs gelegentlicher Präsenz in München eine Botschaft: Der EHC und er werden verbunden bleiben. „Das Umfeld hier ist überragend“, sagt Wolf, „man muss schauen, was es für Jobs gibt.“ Christian Winkler erklärt: „Als Organisation wären wir nicht gut beraten, nicht zu versuchen, ihn einzubinden. Aus Respekt wollen wir Michael aber Zeit geben.“ Schließlich hat Wolf die Option, das bisher von Vater und Tante geführte Schuhgeschäft zu übernehmen. „Wir haben eine klare Vision, was wir für ihn bauen wollen“, sagt Winkler weiter, und da der sonst stets geheimniskrämerische EHC München darauf verweist, dass der Ex-Kapitän neulich im Training ein Auge auf „die jungen Spieler“ hatte, kann man sich vorstellen, dass für Michael Wolf bald so etwas wie eine Stelle als Development Coach geschaffen wird. Die Adler Mannheim, die den EHC als Meister entthronten, haben schon länger Spezialisten, die die „Skills“ lehren. Und München will wieder aufschließen. Christian Winkler: „Heuer gehen wir auf die Jagd.“

Der Manager bittet um Geduld, falls der EHC langsam in die Gänge kommen sollte, „es wird am Anfang nicht jedes Rad ins andere greifen“. Die Zugänge Blake Parlett, Derek Roy, Chris Bourque und Philip Gogulla müssen integriert werden, neben ihnen auch die jungen Spieler aus der Akademie wie John Jason Peterka, Justin Schütz und Luca Zitterbart, der das Lachen über die Beförderung ins Profi-Team nicht aus dem Gesicht bekommt.

Die ersten Auszeichnungen der neuen Saison wurden bereits vergeben. Aus einem internen Drei-gegen-drei-Turnier gingen als Preisträger Andy Eder (bester Torjäger und wertvollster Spieler), Kony Abeltshauser (Topscorer) und Kevin Reich (Toptorwart) hervor.

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