Bitterer Murmeltiertag für Guardiola

von Redaktion

ManCity-Coach verzweifelt bei 2:2 gegen Spurs am Videobeweis – Textiler Team-Gruß an Sané

Manchester – Pep Guardiola kam sich vor wie im falschen Film. Genauer gesagt in einem Klassiker mit Bill Murray. Selbst die „Daily Mail“ erinnerte an den Streifen „Und täglich grüßt das Murmeltier“, nachdem Guardiola und Manchester City wieder einmal vom Videobeweis ausgebremst worden waren. Ausgerechnet gegen Tottenham Hotspur – wie schon im April im Champions-League-Viertelfinale. Guardiola war der Verzweiflung nahe.

„Ich dachte, wir haben diese Situation in der vergangenen Saison in der Champions League hinter uns gelassen“, sagte Guardiola am Samstag nach dem 2:2 gegen Tottenham: „Aber es war dasselbe. Der Schiedsrichter und der Videoassistent haben es aberkannt. Das ist zum zweiten Mal passiert. Es ist hart, aber so ist es nun mal.“

In der Nachspielzeit der Partie hatte der Brasilianer Gabriel Jesus das vermeintliche 3:2 für City erzielt. Doch der Video Assistant Referee (VAR) entschied auf Handspiel. City-Verteidiger Aymeric Laporte hatte den Ball wohl regelwidrig mit dem Arm in Richtung Jesus verlängert. Die Aberkennung des Treffers fiel fast zwei Minuten später. Kein Wunder, dass sich Guardiola in die dramatische Nacht im April zurückversetzt fühlte, in der Raheem Sterling in letzter Sekunde das vermeintliche 5:3 erzielt hatte, das zum Weiterkommen gereicht hätte. Nach Hinweis durch den Videoassistenten entschied der Schiedsrichter jedoch auf Abseits, City war raus.

Guardiola trieb nach der Partie am Samstag auch die Handspiel-Regel um. So sehr, dass er erneut an das Drama in der Königsklasse zurückdachte. Damals erzielte Fernando Llorente nach einer Handball-Einlage den 3:4-Anschlusstreffer für die Spurs.

„Wenn es Handspiel ist, dann ist es Handspiel, aber warum war es nicht Hand bei Llorente in der letzten Saison und warum jetzt schon?“, fragte Guardiola, der sich außerdem in der ersten Halbzeit den VAR-Einsatz bei einem angeblichen Foul von Tottenhams Erik Lamela an Rodri im Strafraum gewünscht hätte. Der Ex-Bayern-Coach forderte deshalb eine schnelle Ausbesserung der Mängel: „Sie müssen das beheben“, sagte er.

So kritisch wie damals in der Königsklasse waren die Konsequenzen in diesem Fall nicht, es war eben erst der zweite Spieltag in der Premier League. Auch wenn Jürgen Klopps FC Liverpool am Samstag 2:1 beim FC Southampton um Ex-Leipzig Coach Ralph Hasenhüttl gewann (Tore für Liverpool: Sadio Mane/45.+1 und Roberto Firmino/71.) und nun zwei Punkte Vorsprung auf City hat. Doch wehgetan hat es Guardiola und seinen Spielern trotzdem.

Schließlich wollten die Citizens nicht nur ihre saisonübergreifende Serie von 15 Erfolgen in Serie fortführen – sie wollten auch für Leroy Sane siegen, dessen Trikot alle City-Profis beim Warmmachen vor dem Spiel aus Solidarität übergeworfen hatte. „Danke an Manchester City und meine Teamkollegen“, twitterte der DFB-Nationalspieler mit der Kreuzbandverletzung gerührt.  sid

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