Birmingham – Deutschlands Riesen-Lauftalent Konstanze Klosterhalfen hat ihren Premierensieg in der Diamond League gefeiert und nun auch den fast 34 Jahre alten Meilen-Rekord verbessert. Die 22-Jährige von Bayer Leverkusen trotzte am Sonntag dem starken Wind und gewann das Rennen über die klassischen 1609 Meter beim Diamond-League-Meeting in Birmingham in 4:21,11 Minuten. Klosterhalfen blieb damit 48 Hundertstelsekunden unter der bisherigen nationalen Bestmarke von Ulrike Bruns: Die Potsdamerin war auf der nichtolympischen Distanz am 21. August 1985 in Zürich 4:21,59 Minuten gerannt.
„Mein erster Sieg in der Diamond League ist toll“, sagte Klosterhalfen. „Ich brauchte viel Kraft bei dem Wind – aber der Sieg war unglaublich. Jetzt geht es zurück ins Training nach St. Moritz, wo wir uns auf die WM vorbereiten“, kündigte sie an. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften finden vom 27. September bis 6. Oktober in Doha/Katar statt.
Für Konstanze Klosterhalfen war es bereits die dritte deutsche Bestmarke innerhalb von zwei Monaten: Ende Juni pulverisierte sie in Stanford/Kalifornien ihren eigenen 3000-Meter-Rekord gleich um fast zehn Sekunden (8:20,07 Minuten). Bei den deutschen Meisterschaften gewann „KoKo“ Anfang August die 5000 Meter in der Rekordzeit von 14:26,76 Minuten.
Für die sieggewohnten deutschen Speerwurf-Asse um Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena und den deutschen Meister Andreas Hofmann sprang im Alexander Stadium nicht mal ein Podestplatz heraus. Beim Sieg von Cheng Chao-Tsun aus Taiwan (87,75 Meter) wurde der Mannheimer Hofmann Vierter (82,47); mit nur zwei gültigen Versuchen landete Europameister Röhler auf dem 7. Platz (80,30). Der wie Hofmann und Röhler für die WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) nominierte Bernhard Seifert (Potsdam) wurde Achter (78,00). Der deutsche Rekordhalter Johannes Vetter (Offenburg), der als Titelverteidiger für Doha gesetzt ist, war nach seinen Verletzungsproblemen nicht am Start. Zuletzt war in der Diamond League am 13. Juli 2018 der Sieg nicht an einen deutschen Speerwerfer gegangen als in Rabat der Este Magnus Kirt vor Hofmann gesiegt hatte.
Für einen weiteren Sieg in Birmingham sorgte Tatjana Pinto. Die deutsche Meisterin aus Paderborn setzte sich über die diesmal nicht als Diamond-League-Wettbewerb ausgetragenen 100 m bei Gegenwind in guten 11,15 Sekunden vor der Amerikanerin Dezerea Bryant (11,21) durch. dpa/sid