Die Null steht

von Redaktion

Pech im Abschluss und bei zwei Pfiffen: Löwen hadern mit 0:0 gegen Meppen

VON ULI KELLNER

München – Erik Domaschke lag auf der Torlinie und gestikulierte. Meppens Keeper fuchtelte erst mit dem Zeigefinger, was bedeutete: kein Treffer. Danach hielt er beide Hände weit auseinander wie ein Hobbyangler, der die Größe seines Fangs anzeigt. Sollte heißen: Sooo weit war der Ball vor der Linie. Aus Sicht der Löwen war diese Szene das letzte Ärgernis in einem Spiel, das keine Nullnummer hätte werden müssen. Aber: Zweimal wurden 1860-Tore vom Referee aberkannt, zweimal forderten die Gastgeber vergeblich Elfmeter. Und auch kurz vor Schluss war viel Pech dabei, dass Domaschke den finalen Kopfball von Sascha Mölders gerade noch zu fassen bekam.

Trainer Daniel Bierofka ließ seinen Frust an einem Werbeaufsteller aus, als klar war, dass der Lohn für eine engagierte Leistung ausbleiben würde. Später, als er sich etwas beruhigt hatte, sagte er: „Wenn du kein Tor schießt, dann hast du es auch nicht verdient zu gewinnen. Es ist nach wie vor unser großes Manko, dass wir zu viele Möglichkeiten brauchen, um ein Tor zu erzielen.“

Mit dem Auftritt an sich war der Oberlöwe zufrieden. „Es ist genau das Gesicht gewesen, das ich sehen wollte“, lobte Bierofka, dem das 0:4 von Mannheim arg im Magen gelegen hatte. Bei einem Lattentreffer von Luka Tankulic (82.) hätte zwar auch der eine Punkt entgleiten können, das allerdings wäre eine große Ungerechtigkeit gewesen, denn speziell bei den nicht gegebenen Toren von Timo Gebhart (37.) und Aaron Berzel (45.+1) haderten die Löwen zurecht mit dem Schicksal respektive den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. „Sehr, sehr eng“ seien die beiden fraglichen Szenen gewesen, monierte Bierofka: „Beim ersten Tor weiß ich nicht, was er pfeift. Da pfeift er, glaub ich, ein Foul von Sascha am Torwart. Und beim zweiten kann man die Abseitsposition selbst in der Zeitlupe nicht erkennen.“

Auch Gebhart, einer der beiden verhinderten Helden, klagte: „Es war weder Foul noch Abseits. Ich habe mir die Szene mehrmals angeschaut.“ Ansonsten war der Rückkehrer zufrieden, endlich mal wieder in der Startelf gestanden zu sein. „Jetzt habe ich zum ersten Mal von Anfang an gespielt“, sagte er: „Ich denke, das war schon in Ordnung.“ Drei, vier Spiele brauche er noch, um wieder ganz der Alte zu sein.

Gebharts erster ausgedehnter Einsatz taugt zum Mutmacher. Ein weiterer ist, dass ja das Versprechen von Hasan Ismaik im Raum steht, einen Stürmer zu finanzieren, der Mölders entlasten und/oder ergänzen kann. „Entscheidend ist, wie viel Budget wir kriegen und wo wir uns umschauen können“, sagte Bierofka im BR über die bislang „ungelegten Eier“. Günther Gorenzel, einer der beiden Geschäftsführer, erklärte: „Die Ankündigung von Hasan Ismaik haben wir wohlwollend aufgenommen. Wir sind zuversichtlich, noch das eine oder andere umsetzen zu können, aber Details müssen wir jetzt erst klären.“ Es dürfte das Thema der nächsten beiden Wochen werden, ob Bierofka „das Go“ erhält, mit „schlagkräftigen Stürmern“ in Kontakt zu treten.

Ansonsten bekommen die Löwen jetzt zweimal die Gelegenheit, an ihrer Auswärtsschwäche zu arbeiten (letzter Punktgewinn Ende März). Am Samstag geht es nach Magdeburg, sechs Tage später nach Chemnitz. Der starke Rückkehrer Berzel sagte zur mäßigen Ausbeute nach fünf Spieltagen: „Stand heute haben wir erst fünf Punkte. Jetzt müssen wir halt auswärts was holen.“ Bierofka schlägt vor: „Die Sachen, die wir heute liegen gelassen haben, müssen wir dann eben in Magdeburg verwerten.“

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