Sorgen um angeschlagenen Nguyen

von Redaktion

TURNEN  Schwarzer Tag bei WM-Qualifikation – Toba und Rida holen sich erste Tickets

Kienbaum – Das deutsche Turn-Team für die Heim-WM in Stuttgart nimmt Gestalt an. 47 Tage vor dem Saison-Höhepunkt in der Schleyer-Halle (4. bis 13. Oktober) sind zwei von fünf Startplätzen an den deutschen Mehrkampfmeister Andreas Toba (Hannover) und Karim Rida (Berlin) fest vergeben. Das Duo turnte sich auch bei der zweiten und letzten WM-Qualifikation im Bundesstützpunkt Kienbaum am Samstag in den Vordergrund. „Wir haben gute Leistungen aber in unterschiedlicher Differenzierung gesehen. Toba und Rida sind dabei sicherlich hervorzuheben“, lobte Cheftrainer Andreas Hirsch.

Toba gewann zwei Wochen nach seinem Sechskampf-Sieg bei den deutschen Meisterschaften in Berlin auch die Ausscheidung in Kienbaum. Mit 83,55 Punkten landete er vor dem erneut starken Nachwuchsmann Rida (82,65) und dem Erfurter Nils Dunkel (80,25). Der aus Holzkirchen stammende Felix Remuta (Unterhaching/79,75) und Philipp Herder (Berlin/79,70) lagen auf den Rängen 4 und 5 ganz dicht beisammen.

„Es war ein Top-Wettkampf. Ich habe bis auf Reck alles super erwischt und bin echt zufrieden, dass es noch besser lief als in Berlin“, sagte Toba. Der 28-Jährige wurde noch mehr gefordert als bei den Titelkämpfen vor 14 Tagen. Der erst 19-jährige Rida turnte einen sehr stabilen Sechskampf, in dem seine Bodenübung (14,30) herausragte, und führte das Feld der neun WM-Kandidaten bis zum vorletzten Gerät an.

Noch hat Chefcoach Hirsch bei der Suche nach seinem WM-Quintett auch zwei Sorgenfälle: So erwischte der 18-malige deutsche Meister Marcel Nguyen (Unterhaching/31) einen schwarzen Tag: Sturz am Boden, Absteiger am Pauschenpferd – und dann meldete sich beim Mehrkampf-Zweiten von Berlin auch noch der Schmerz in der Schulter zurück. Auf Rat des Teamarztes ließ Nguyen die Ringe-Übung dann vorsichtshalber aus. „Bei Marcel müssen wir in Absprache mit der medizinischen Abteilung gucken“, sagte Hirsch.

Auf ein WM-Ticket hofft nach wie vor auch noch Lukas Dauser. Vor acht Wochen wurde der aus Unterhaching stammende Wahl-Berliner an der Hand operiert, verpasste beide Quali-Wettkämpfe, bleibt aber optimistisch. Mit dem Heilungsverlauf liege er im Plan, nur konditionell müsse er noch zulegen, berichtete der 26-Jährige. Knapp zwei Wochen hat er noch Zeit, den nötigen Leistungsnachweis zu erbringen. „Ich kann schon wieder alle Elemente machen. Für mich zählt jetzt jede Woche“, sagte Dauser. „Ich hoffe, dass ich noch auf den WM-Zug aufspringen kann. Denn das wird ein Riesen-Highlight.“   dpa

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