Mehr als zufrieden

von Redaktion

Alle vier deutschen Reiter bleiben beim EM-Zeitspringen fehlerlos

Rotterdam – Als Daniel Deußers Hengst Tobago mühelos über das letzte Hindernis geflogen war, blies Bundestrainer Otto Becker die Backen auf und atmete hörbar aus. „Von mir aus könnte es jetzt zu Ende sein“, sagte Becker grinsend: „Wir sind mehr als zufrieden, aber es ist eben noch nicht vorbei.“

Viermal null im Zeitspringen, vier strahlende deutsche Reiter, vier grandiose Pferde – bei der EM in Rotterdam könnte die Ausgangsposition vor dem Nationenpreis am Donnerstag und Freitag kaum besser sein. „Wir haben vier Super-Runden gesehen“, sagte Becker: „Das war ein gelungener erster Tag.“

Das Springen gewann Europameister Peder Fredricson (Schweden) mit All In in der nicht zu schlagenden Zeit von 70,25 Sekunden. Die deutschen Reiter landeten auf den Plätzen vier (Ahlmann), sieben (Deußer), acht (Ehning) und 13 (Blum). Die Mannschaftswertung gewann Deutschland.

Weltmeisterin Simone Blum und ihre Wunderstute Alice waren als erstes Paar aus dem deutschen Quartett in den höhenmäßig nicht übermäßig schwierigen, aber sehr langen Parcours gegangen. „Alice ist immer ein bisschen nervös, wenn sie auf dem Abreiteplatz mit den vielen anderen Pferden so lange warten muss, deswegen starten wir gerne am Anfang“, sagte Blum.

Es war ein blitzsauberer Ritt mit kurzen Wegen, geprägt von der enormen Leichtigkeit, die Alice auszeichnet. Und dabei „bin ich nicht volles Risiko gegangen“, sagte Blum: „Wir haben ja noch vier Runden vor uns, da muss man es am Anfang nicht übertreiben.“

Christian Ahlmann, der zweite deutsche Reiter, galoppierte mit seinem Schimmelhengst Clintrexo mit Vollgas in und durch den Parcours. „Das Pferd war sehr konzentriert und hat mir ein gutes Gefühl vermittelt“, sagte Ahlmann, der ebenso wie Deußer sein erstes großes Championat seit Olympia 2016 für Deutschland reitet: „Die Erwartungen sind da, bei mir persönlich und beim Team.“

Schon die beiden „überragenden Runden von Christian und Simone“ hatten laut Marcus Ehning „viel Ruhe in die Mannschaft gebracht. Die Pferde haben sich heute schon mal gut gezeigt, das ist wichtig.“ Am Ende ließ auch Deußer nichts anbrennen und steuerte seinen Tobago souverän durch den Parcours. „Das war doch schon mal ein guter Anfang“, sagte Dennis Peiler, Geschäftsführer des nationalen Verbandes FN.

Die Dressurreiter haben ihr Mannschaftsgold schon in der Tasche, heute werden im Grand Prix Special die ersten Einzelmedaillen vergeben. Isabell Werth mit Bella Rose, Dorothee Schneider mit Showtime und Sönke Rothenberger mit Cosmo belegten in der Einzelwertung des Grand Prix die Plätze eins bis drei, Neunte war Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera.

„Das ist das stärkste Team, in dem ich je geritten bin“, sagte Werth, bei der immerhin fast 30 Jahre Erfahrung in diese Aussage einfließen. Sie dürfte an der Spitze unantastbar sein, dahinter sind ihre Teamkollegen erste Anwärter auf Silber und Bronze. sid

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