Leichtathletik
Die frühere Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll hat knapp drei Jahre nach der Disqualifikation der Russin Maria Abakumowa nachträglich die Silbermedaille der Olympischen Spiele von 2008 in Peking erhalten. Bei einer feierlichen Zeremonie in Obergfölls Heimatstadt Offenburg überreichte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der 38-Jährigen das Edelmetall, IOC-Präsident Thomas Bach gratulierte in einer Videobotschaft. „Gemeinsam mit Familie und Freunden einen meiner ganz großen sportlichen Momente heute noch einmal Revue passieren zu lassen und am Ende mit der richtigen Medaille ausgezeichnet zu werden, erfüllt mich auch heute noch mit Stolz“, sagte Obergföll in Anwesenheit ihrer beiden Kinder und ihres Mannes Boris Obergföll, der den aktuellen Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter trainiert. Gleichzeitig forderte Obergföll, die ihre Karriere vor drei Jahren beendet hatte, einen größeren Einsatz im Anti-Doping-Kampf. „Die Betrüger sollten noch stärker verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden, am besten natürlich noch vor oder während des Wettkampfes, damit die sauberen Athleten ihre Zeremonie zum richtigen Zeitpunkt erleben dürfen und zum anderen, um ihre finanziellen Einbußen zu vermeiden“, sagte Obergföll. Die ursprünglich zweitplatzierte Abakumowa war bei Nachkontrollen positiv auf das verbotene Anabolikum Turinabol getestet worden. Obergföll rückte somit vom Bronze- auf den Silberrang vor.
US-Sprinter Christian Coleman wird nach Berichten über drei verpasste Kontrollen am 4. September von der Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) angehört. Coleman und die USADA äußerten sich am Samstag in Stellungnahmen erstmals zu den Berichten, wonach dem 23-Jährigen eine Sperre drohe und er damit die anstehende WM verpassen könnte. Der WM-Zweite über 100 Meter und mit 9,81 Sekunden Jahresschnellste erklärte, die Berichte seien „einfach nicht wahr“.