Florenz – Franck Ribery muss das Herz aufgegangen sein. Als er in der 78. Minute zu seinem ersten Einsatz für seinen neuen Club kam, brandete durch das Stadio „Artemio Franchi“ in Florenz eine Woge der Begeisterung. Zur Begrüßung gab es Standing Ovations, Sprechchöre hallten durch die mit 43 147 Zuschauern fast komplett gefüllte Arena. Fehlte nur noch, dass der umjubelte Neuzugang, vom neuen Clubchef Rocco Commisso als „unser Cristiano Ronaldo“ bezeichnet, am ersten Spieltag der Serie A noch den Ausgleich gegen die SSC Neapel erzielt hätte.
Tatsächlich sorgte Ribery beim Spielstand von 3:4 noch für einen großen Aufreger. In der zweiten Minute der Nachspielzeit wurde er von Napoli-Verteidiger Elseid Hysaj im Strafraum zu Fall gebracht, Schiedsrichter Davide Massa verweigerte nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten jedoch einen durchaus berechtigten Strafstoß, es blieb somit beim 3:4.
„Der Schiedsrichter war schlecht“, ereiferte sich Fiorentinas Trainer Vincenzo Montella, „er hat nicht transparent gehandelt.“ Napoli, trainiert von Riberys einstigem Münchner Coach Carlo Ancelotti, habe den Sieg „nicht verdient“ gehabt, ergänzte Commisso.
Als Ribery (36) den Platz betrat waren in einem wilden Spiel bereits alle Tore gefallen, für Florenz hatten Erick Pulgar (9., Foulelfmeter), Nikola Milenkovic (52.) und Neuzugang Kevin-Prince Boateng (65.) getroffen, für Neapel Dries Mertens, Lorenzo Insigne (47., Foulelfmeter/67.) und Jose Callejon.
Ribery konnte nichts mehr bewirken, erhielt dennoch viel Lob für seinen Kurzeinsatz: „Er hat unbestreitbar den Stoff des Meisters“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“. Sky Sport kommentierte: „Ribery hat Florenz bereits erobert.“
Der Ex-Bayer und Boateng (32) sind zwei von acht Neuzugängen, sie gelten als wichtige Bausteine bei der Renovierung der Fiorentina, die der Italo-Amerikaner Commisso im Sommer für angeblich 200 Millionen Euro von den Brüdern Delle Valle übernommen hatte.
Ex-Bundesliga-Profi Boateng gelang sein Treffer bereits vier Minuten nach seiner Einwechslung. „Er wird in dieser Saison den Ambitionen der Florentiner stark dienen können“, glaubt die „Gazzetta dello Sport“. sid