Eklat: Chemnitz-Fans schreien hässliche Parolen

von Redaktion

Rassistische und antisemititische Beleidigungen beim CFC-Spiel beim FC Bayern II

München  –  Der Chemnitzer FC kommt einfach nicht zur Ruhe – und hat seine massiven Probleme mit den eigenen Fans am Wochenende mit nach München gebracht: Anhänger des Drittligisten aus Sachsen sorgten beim Spiel des CFC bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern mit rassistischen und antisemitischen Beleidigungen für einen Eklat.

Seit Monaten rumort es beim von einem Insolvenzverwalter geführten CFC – in München kam es jetzt zu einer neuen Eskalationsstufe. Nach dem Abpfiff weigerte sich die Mannschaft, zu ihren Fans zu gehen, was wiederum Tumulte unter den Anhängern der Sachsen auslöste. Die Polzei musste einschreiten, einige CFC-Fans wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Nachfragen zu den Gründen, warum das Team auf Distanz zu den Fans geblieben war, brachten dann ungeheure Fakten zu Tage: Noch während des Spiels, so berichteten CFC-Verantwortliche, sei der Spieler Tarsis Bonga von den eigenen Fans rassistsisch beleidigt worden. Der 22-Jährige mit Wurzeln im Kongo, geboren in Neuwied bei Koblenz, war erst in diesem Sommer aus Zwickau nach Chemnitz gewechselt.

Die CFC-Anhänger griffen in München auch Geschäftsführer Thomas Sobotzik verbal an – er musste sich antisemitische Anfeindungen gefallen lassen, wie der Club berichtete.

Schon vor Wochen war der CFC landesweit in die Schlagzeilen geraten, als Kapitän Daniel Frahn, sportlich eigentlich unverzichtbar, wegen seiner offensichtlichen Nähe zur rechten Fanszene entlassen wurde. Vorausgegangen war ein Eklat im März, als Frahn nach einem Tor ein T-Shirt mit der Aufschrift „Support your local Hools“ (Unterstütze deine lokalen Hools) hochgehalten hatte. Zuvor hatten Fans des CFC den gestorbenen Hooligan und Rechtsextremisten Thomas H. mit einer aufwendigen Choreographie geehrt. Er gilt als Gründer der Hooligan-Vereinigung HooNaRa (Hooligans, Nazis, Rassisten).

Ihre Haltung zu dieser Thematik offenbarten die Chemnitzer Anhänger nun in München mit der Aussage: „Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger.“ Geschäftsführer Sobotzik wurde nach Angaben des CFC als „Judensau“ verunglimpft.

Der Verein stellte sich daraufhin gegen die eigenen Anhänger. Er werde „rechtliche Schritte prüfen“, gab der CFC bekannt, die Äußerungen würden „als widerlich empfunden, auf das Äußerste abgelehnt“ und „sollten in unserer Gesellschaft keine Akzeptanz haben“. Heute wollen die CFC-Verantwortlichen über die aktuelle Situation sowie Konsequenzen beraten. Auch der DFB nannte die Vorfälle „widerlich“ und nahm Ermittlungen auf.

Obgleich es zur Nebensache geraten war: Auch sportlich zeigten die Chemnitzer in München Widerstandskraft. 2:2 stand es nach 90 Minuten. Kurz nach der Pause waren die Gäste durch Daniel Bohl sogar in Führung gegangen (47.), die „kleinen Bayern“ aber schlugen durch Leon Dajaku (53.) und Jannik Rochelt (64.) zurück, ehe Davud Tuma in der Schlussphase zum Endstand traf (85.). MATTHIAS HORNER

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