Flexibler Club Bayern

von Redaktion

Trainer Niko Kovac hat einige taktische Varianten ausgetüftelt

VON JOSE CARLOS MENZEL LOPEZ

München – Zwei Spieltage in der Bundesliga sind absolviert, und was sich für den FC Bayern schon sagen lässt: Niko Kovac scheint während der Sommerpause die ein oder andere Stunde an der Taktiktafel verbracht zu haben. Anders lässt sich die neue Systemflexibilität des FC Bayern nicht erklären.

Klagten viele Fans nach dem 2:2 beim Auftakt gegen die Hertha noch darüber, dass die Roten auch in der neuen Spielzeit nur Flügelläufe und Flanken als Mittel für die Offensive parat hatten, bot der Kroate in Gelsenkirchen ein komplett anderes System auf und zeigte seinen Kritikern damit: Mia san flexibel!

Der kurzfristige Ausfall von Thiago? Kein Problem! Kovac stellte Kimmich auf seine geliebte Sechs, wo der deutsche Nationalspieler im Spielaufbau von David Alaba begleitet wurde. Ja, richtig: Alaba, der Linksverteidiger. Da Lucas Hernández nicht nur Innenverteidiger, sondern auch linker Außenverteidiger spielen kann, orientierte sich der Österreicher mit Ball in die Zentrale, und Hernández sicherte in einer Dreierkette links ab. Ein 3-2-4-1 sozusagen, mit dem der Rekordmeister einen Spieler mehr für den Angriff gewann. „Das ist aktuell eine Änderung“, sagte Manuel Neuer. „Man muss variabel sein und versuchen, den Gegner vor Probleme zu stellen.“

Gleiches gilt vorne, wo die Verpflichtung von Philippe Coutinho den Bayern großen Handlungsspielraum eröffnet. Bislang setzte Kovac auf zwei Achter, zwei Flügelspieler und Lewandowski vorne. Mit dem Brasilianer ist jetzt auch etwas anders möglich, wie Joshua Kimmich erklärt: „Ihm würde zugutekommen, wenn man mit einem Zehner spielt. Wir haben das Personal, um auch mal ein anderes System zu spielen mit einer Doppelsechs und einem Zehner. Oder auch mal mit einer Dreierkette. Mal schauen, was die Saison bringt und was wir da brauchen, aber ich denke, wir sind da flexibel genug.“

In der Offensive variabel einsetzbar ist auch Thomas Müller. Der Weltmeister wird vielerorts bereits als großer Verlierer des Coutinho-Transfers bezeichnet – sein ehemaliger Mannschaftskollege Arjen Robben sieht das allerdings etwas anders. Bei Sky90 sagte er: „Er hat Qualitäten, die keiner in dieser Mannschaft ha t– die braucht man auch! Er ist ein Mannschaftsspieler. Er läuft die Räume an, geht in die Tiefe. Für mich ist er ein sehr, sehr wichtiger Spieler und das hat er auch gezeigt.“

Müller selbst meint: „Wird eine Neuverpflichtung wie die von Coutinho getätigt, ist es normal, dass die Schlagzeilen da sind. Wir werden sehen, was die nächsten Wochen alles passiert. Wichtig ist, dass wir einen Kader haben, der den ganzen Aufgaben gerecht wird.“

Zumal die Änderung des Systems auch für Müller, der seine besten Leistungen als Raumdeuter im Zentrum abgeliefert hat, nicht gerade schlecht ist. „Das Positive könnte ja für mich wieder sein, dass es wieder eine Position hinter den Spitzen gibt“, sagte er. „So kann man es ja auch sehen.“ Wichtig ist, wie es Niko Kovac sieht.

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