München – Wenn er nicht gerade Anlass hatte, wegen einer Auswechslung, zu späten Einwechslung oder Nichtberücksichtigung ein Stadion zu verlassen und sich zum Schweigen zwang, war der Spieler Arjen Robben ein bei den Medien geschätzter Interviewpartner. Freundlich, mit gelegentlichem humoristischen Schlenker, eloquent.
Er wird als Ex-Spieler nicht von der Bildfläche verschwinden, er ist weiter vorzeigbar, das hat sein erster Talkshowauftritt gezeigt. Am Sonntagabend bei Sky 90, in entspannter Atmosphäre an der Seite von Fritz von Thurn und Taxis (rote Hose, grünes Einstecktuch), Stefan Effenberg und Heribert Bruchhagen hinterließ Robben einen sehr guten Eindruck. Er verlor sich nicht in Phrasen, er lieferte. Ließ seine Bewunderung erkennen für Kollegen, „die sich nie verletzen. Robert Lewandowski – schau seinen Körper an. Niklas Süle – haut in der ersten Minute des Trainings die Bälle aus 30 Metern aufs Tor. Mir würden die Muskeln wehtun.“ Auch über den Tiefpunkt der Karriere erzählte Robben: Als er 2012, kurz nach dem verlorenen Champions-League-Finale, beim Freundschaftsspiel des FC Bayern gegen die Niederlande von den Münchner Fans ausgepfiffen wurde. „Es war nicht bekannt gegeben worden, dass die Verträge so waren, dass ich für das Nationalteam spielen musste.“
Was Robben heute macht? Einen neuen Sport: Schwimmen. Daheim in Groningen nimmt er am Samstag an der Benefiz-Swim Challenge teil, bestreitet im 35-km-Wettbewerb die letzte Etappe einer Staffel über acht Kilometer. Er hat Kraulen gelernt, die Strömung wird ihm helfen, auch der Auftrieb des Neoprenanzugs. Sozusagen die Stützstrumpfhose fürs Wasser. Der neue Robben bleibt sich treu. GÜNTER KLEIN