Rückenwind für den Ernstfall

von Redaktion

Deutsche Basketballer bezwingen den WM-Mitfavoriten Australien 74:64

Jiangmen – Mit einer eindrucksvollen Generalprobe gegen Mitfavorit Australien haben die deutschen Basketballer um Dennis Schröder letzten Schwung für die WM in China geholt. Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl setzte sich in Jiangmen vier Tage vor dem WM-Auftakt gegen Frankreich mit 74:64 (45:29) gegen den Asienmeister durch und unterstrich seine Medaillen-Ambitionen. Im siebten Test war es der sechste Sieg für die deutsche Mannschaft. Und es war der mit dem größten Gewicht. Zuvor hatte nicht zuletzt Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic leise Bedenken geäußert, weil das deutsche Team bislang nur gegen Gegner der zweiten Kategorie getestet hatte: „Das sind Erfahrungen, die fehlen könnten.“

Schröder war mit 15 Zählern bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds. „Das war eine gute Generalprobe“, lobte Rödl nach der vor allem im dritten Viertel sehr harten Partie. „Ich finde, dass wir in vielen Phasen gut ausgesehen und den Druck ausgehalten haben.“

Der am Knöchel verletzte Schröder-Ersatz Maodo Lo wurde erneut geschont. „Wir hoffen, dass er morgen wieder einsteigt. Ich glaube, das wird der Mannschaft helfen“, sagte Rödl. Bis Freitag muss der Bundestrainer nun noch einen Spieler aus seinem Kader streichen.

„Wir wollen den Test nutzen, um den letzten Feinschliff zu bekommen, und ich glaube, dann sind wir bereit für die WM“, hatte Rödl vor der Partie mit Blick auf den Auftakt am Sonntag gegen Frankreich gesagt. Dafür sollte es nach dem starken Auftritt für das deutsche Team direkt wieder zurück in den rund drei Stunden per Bus entfernten Vorrunden-Spielort Shenzhen gehen.

Die DBB-Auswahl spielte von Beginn an konzentriert. Center Johannes Voigtmann kam mit perfekter Trefferquote auf zehn Punkte in der ersten Halbzeit, bei den Rebounds dominierte das deutsche Team die physischen Australier um den früheren NBA-Meister Andrew Bogut, die in der Zwischenrunde wohl wieder deutscher Gegner werden.

Aufbauspieler Schröder fand zwar zunächst nicht seinen Wurfrhythmus, ließ sich davon aber nicht beirren. Mit einem getroffenen Wurf von mehr als einen Meter hinter der Dreierlinie vergrößerte der 25-Jährige die Führung auf 36:22, Maximilian Kleber traf kurz vor der Pause binnen kurzer Zeit ebenfalls zwei Distanzversuche.

Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich, dass beide Teams den letzten Test durchaus ernst nahmen. Australiens NBA-Center Aron Baynes schubste Schröder zu Boden, der jedoch die Ruhe behielt. „Wir haben gesehen wie tough das Niveau bei der WM physisch sein wird“, sagte Voigtmann. „Da denkst du dir, ob das unbedingt sein muss, vier Tage, bevor die WM losgeht.

Durch den Treffer von Danilo Barthel ging das deutsche Team mit einem 62:43 ins letzte Viertel. Im Schlussabschnitt schlichen sich zwar Unkonzentriertheiten ein, sodass Australien noch einmal herankam. Schröder musste nach seinem fünften Foul kurz vor Ende auf die Bank – der deutsche Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.  dpa

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