12 Spieler für China – „eine tolle Mischung“

von Redaktion

Marko Pesic über den WM-Kader

München – Am Sonntag (14.30 Uhr) beginnt er für die deutschen Basketballer also, der Ernstfall WM. Vor der Partie gegen Frankreich nimmt FC- Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic den deutschen Kader, aus dem gestern Isaac Bonga (Washington) gestrichen wurde, unter die Lupe.

GUARDS: DIE KREATIVEN

„Da braucht man sicher nicht diskutieren: Natürlich hat die Mannschaft hier mit Dennis Schröder den besten Mann. Er hat den Ball in der Hand. Natürlich wird von ihm viel abhängen. Aber auch dahinter muss niemand bange sein. Maodo Lo hat sich von seiner Verletzung erholt. Er ist zwar auch erst 26, aber schon einer der erfahrenen Nationalspieler. Mit dieser Erfahrung und seiner Dynamik kann er der Mannschaft viel helfen. Mit Ismet Akpinar und Andi Obst gibt es noch zwei harte Arbeiter, gerade Akpinar, der nun den Weg ins Ausland gewählt hat, hat einen großen Sprung nach vorne gemacht. Bei Obst ist man immer geneigt, ihn auf seinen Dreipunktewurf zu reduzieren. Aber er ist auch vor allem in der Defensive ein Spieler, der sehr wertvoll werden kann.“

FORWARDS:

DIE VIELSEITIGEN

„Das Besondere hier ist, dass Henrik Rödl Spieler zur Verfügung hat, die sich perfekt ergänzen. Niels Giffey ist ein Allrounder mit viel Herz und Erfahrung, der das perfekte Bindeglied zwischen den kleinen und großen Positionen ist. Robin Benzing ist eher ein Scorer, der den Ball fordert. Paul Zipser dagegen ist ein Spieler, der über seine Athletik kommt. Für jede Situation einen geeigneten Spieler – das gibt dem Trainer enorme Flexibilität. Mit Danilo Barthel hat die Mannschaft einen Ruhepol. Der ist auch erst 27, aber neben Benzing schon der älteste und erfahrenste in diesem Kader, der zuletzt zweimal Meister geworden ist. Und Maxi Kleber? Man hört ja, er müsste sich noch mehr aus der Rolle lösen, die er in Dallas hat. Das sehe ich nicht so, er ist auch in der Nationalmannschaft ein Rollenspieler. Er hat sich in der NBA enorm weiterentwickelt und hat sich den neuen Vertrag dort redlich verdient. Er ist in der Defensive sehr vielseitig geworden und kann auch von überall scoren.“

CENTER:

DIE VOLLSTRECKER

„Daniel Theis habe ich zugegebenermaßen nicht viel gesehen. Aber bei ihm weiß man ja, dass er einer Mannschaft enormen Schwung und Dynamik geben kann. Die letzten Testspiele haben gezeigt: Er kennt Dennis Schröder sehr genau, die beiden harmonieren sehr gut. Das könnte bei der WM wichtig werden. Johannes Thiemann wird da natürlich im Vergleich keine so große Rolle spielen – auch wenn ihm gerade das letzte Jahr in Berlin sehr gutgetan hat. Aber er ist ein Spieler, der sich immer voll in den Dienst der Mannschaft stellt, wenn er gebraucht wird. Solche Spieler sind bei so einem Turnier enorm wichtig. Über Johannes Voigtmann bräuchte man gar nicht reden. Er wäre auch in der ersten Kategorie gut aufgehoben, Johannes ist so etwas wie der Aufbauspieler unter den Großen. Ein Spieler, der passen kann und für die Mannschaft denkt – er ist der heimliche Kapitän. Aber er ist auch ein Vollstrecker, einer, der seine Größe gut einsetzen kann. Er ist vielleicht nicht der Stärkste, aber er hat enorme Qualitäten. Nicht umsonst spielt er jetzt bei ZSKA Moskau.“

TRAINER: DER KOPF

„Ich habe ja 90 Prozent der Zeit mit Henrik Rödl gespielt, wenn man so will, dann habe ich ihm meine Karriere zu verdanken. Er ist als Person eins a mit Stern. Ein Mann, der nicht viel redet, aber wenn er etwas sagt, dann hören alle zu. Das kommt bei den Jungs an. Henrik gibt ihnen viele Freiheiten, aber alle wissen, dass es klare Regeln gibt und mit ihm nicht zu spaßen ist. Für mich ist er der derzeit beste deutsche Trainer. Momentan ist er an der für ihn genau richtigen Stelle. Aber wenn sich das mal ändert, kann er bei einem Spitzenverein landen. Das Zeug hat er.“ PATRICK REICHELT

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