Die Verantwortlichen des FC Bayern werden etwas anderes behaupten, aber das Selbstbewusstsein des Clubs wird in dieser Saison ausschließlich über das Abschneiden in der Champions League definiert. Nicht in der Bundesliga. Zu bitter war das Ausscheiden im Achtelfinale in der letzen Königsklassen-Spielzeit gegen den späteren Sieger FC Liverpool.
Mit diesen Ansprüchen darf die Bayern-Gruppe nur als eine Durchgangsstation betrachtet werden. Vorjahresfinalist Tottenham ist zwar ein attraktiver Gegner, ob die Mannschaft von Trainer Mauricio Pochettino aber noch eine weitere Vollgas-Saison auf der europäischen Bühne hinlegen kann, scheint fraglich. Olympiakos Piräus und Roter Stern Belgrad sind daneben die berühmt-berüchtigten „machbaren Aufgaben“. Äußerst machbar.
Anders die Lage bei Borussia Dortmund. Der Vizemeister hat die passenden Kontrahenten zu seinem selbstbewussten Auftreten zugelost bekommen. Der FC Barcelona geht als Top-Favorit in die BVB-Gruppe. Wie sich Inter Mailand mit seinen spektakulären Neuzugängen um Romelu Lukaku zusammenfindet, steht in den Sternen. Der Anfang ist jedoch vielversprechend. Aktuell steht Inter an der Spitze der Serie A.
Von den beiden anderen deutschen Clubs hat nur Bayer Leverkusen nichts zu verlieren. Bayer geht als krasser Außenseiter in einer Gruppe mit Atletico Madrid und Juventus Turin an den Start. Für die Werkself kann das Ziel nur lauten, in Europa zu überwintern. Wahrscheinlich in der Europa League.
RB Leipzig hat seine Unschuld in der höchsten deutschen Spielklasse vergangenes Jahr verloren. Im zweiten Jahr wird es nicht mehr reichen, nur schön mitzuspielen. Erst recht bei der maximal durchschnittlichen Gruppe. Alles andere als ein Erreichen des Achtelfinals wäre für die Ostdeutschen um ihren ehrgeizigen neuen Trainer Julian Nagelsmann eine Enttäuschung.
Für den deutschen Fußball ist zu hoffen, dass das Achtelfinale nicht wieder die Endstation für deutsche Champions-League-Träume wird. So wie in der abgelaufenen Spielzeit. Denn mehr Selbstbewusstsein würde der gesamten Fußballnation gut tun.
Nicht nur dem FC Bayern.
Daniel.Mueksch@ovb.net