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von Redaktion

Salihamidzic schärft sein Profil: Bayerns Sportchef kennt Topstars, aber auch Toptalente

München – Der Sportdirektor schärft weiter sein Profil. Hasan Salihamidzic hat sich Robert Lewandowski zur Brust genommen, nachdem der Stürmer im Sommer vehement Verstärkung für den Kader des FC Bayern gefordert hatte. „Ich habe ihm neulich gesagt, dass er sich bitte um meinen Job oder den Job von Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß nicht sorgen muss – und schon gar nicht öffentlich. Das steht ihm nicht zu. Ich glaube, dass er das verstanden hat“, sagte Salihamidzic im „kicker“.

Salihamidzic ist überzeugt, dass der Double-Sieger in Sachen Transfers eine gute Mischung aus der Verpflichtung von Topspielern und der Förderung von Talenten finden muss: „Wenn wir das nicht machen, wird es schwierig für den FC Bayern. Wir können nicht in jedem Sommer dreistellige Millionensummen ausgeben“, sagte er.

Auch darum strukturierte er, als er vor zwei Jahren den Posten des Sportdirektors übernahm, umgehend die Scouting-Abteilung um. Vor allem im Jahr 2019 sorgte das Team um Chefscout Marco Neppe für auf den ersten Blick unkonventionelle Transfers. Jüngstes Beispiel ist die Verpflichtung von Michael Cuisance, 20. Der Transfer des ehemaligen Gladbachers kam für viele überraschend, war aber alles andere als ein Schnellschuss, wie Sportdirektor Salihamidzic gegenüber unserer Zeitung erklärt: „Wir hatten Michael Cuisance bereits vor zwei Jahren beobachtet. Bei der U 19-EM in Helsinki hat er vergangenes Jahr herausragend gespielt, er hatte eine verheißungsvolle Debüt-Saison in der Bundesliga, und er hat uns auch im Mai während der U 20-WM in Polen überzeugt.“ Auch Talente wie Sarpreet Sing, 20, aus Neuseeland und Alphonso Davies, 18, aus Kanada seien dank des ausgeklügelten Frühsichtungs-Systems zu den Münchnern gestoßen.

Interessant: Beim Scouting werden vor allem bei jungen Spielern nicht nur sportliche Aspekte berücksichtigt. Salihamidzic: „Eine Art des sozialen Scoutings ist heute ein immer wichtiger werdendes Kriterium bei der Spielerauswahl. Man braucht ein gutes Netzwerk, um zu erfahren, wie sich ein Spieler in der Kabine verhält, was er für ein familiäres Umfeld hat, wie professionell er seinem Beruf nachgeht.“ MANUEL BONKE

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