Die letzte Option als A-Lösung

von Redaktion

Bierofka ist glücklich, dass Owusu zurück ist und will ihn gleich heute im Totopokal einsetzen

VON ULI KELLNER

München – Er träumte von einer höheren Liga, wahlweise vom Ausland, doch die Realität sieht etwas anders aus. Nämlich: Jahnstadion Dachau, 3. Runde im Totopokal. Hier wird Prince Osei Owusu, 22, heute vor 3200 Zuschauern sein München-Abenteuer fortsetzen, das er im Glauben abgebrochen hatte, ihm stünde die (Fußball-)Welt offen. „Ich überlege, ob ich Ossi gleich bringe“, stellte Daniel Bierofka dem Rückkehrer einen Kaltstart in Aussicht.

Am 18. Mai bestritt Owusu sein letztes Spiel im Löwen-Trikot (0:4 in Jena) – jetzt ist er zurück an der Grünwalder Straße. Am Samstag machte Sportchef Günther Gorenzel die fremdfinanzierte Ausleihe fix, gestern trainierte der Stürmer erstmals mit seinen neuen, alten Kollegen – und zumindest Bierofka strahlte hinterher Zufriedenheit aus. „Erstmal war’s dringend notwendig, noch einen Stürmer zu holen“, sagte der Coach: „Mit Zier (Markus Ziereis) und Sascha (Mölders) hatte ich nur zwei Stürmer; wenn einer von den beiden ausgefallen wäre, wäre es eine Vollkatastrophe geworden.“

Rückkehrer Owusu erweitert nicht nur die taktischen Möglichkeiten des Drittligisten, er sorgt auch dafür, dass die Löwen wieder fast ihren A-Kader von voriger Saison beisammen haben (minus Simon Lorenz). Dass beide Parteien erst am Ende des Transfersommers wieder zusammen gefunden haben, könnte man so deuten, dass sich beide Parteien etwas mehr erhofft hatten. Bierofka jedoch sieht das ganz anders. Zwar räumt er ein, dass man sich mit „vielen, vielen Stürmern“ beschäftigt habe. Er betonte aber, dass es nicht das Ziel gewesen sei, eine „C-Lösung“ an Land zu ziehen – und Owusu, „unsere letzte Option“, auch nicht so zu sehen sei: „Aus verschiedensten Gründen hat es bei keinem anderen Spieler hingehauen. Ossi hatte am Anfang gesagt, er will sich in Bielefeld durchsetzen. Dann war’s so, dass er ein bisschen gewartet hat, ob noch eine höherklassige Anfrage kommt. Erst in den letzten Tagen haben wir das Signal bekommen, dass wir ihn kriegen können – dann haben wir zugeschlagen.“ Auch weil die Arminia wie in der zurückliegenden Rückrunde einen Teil des Owusu-Gehalts weiterbezahlt. Mit anderen Worten: „Wir müssen froh sein, dass wir überhaupt so einen Stürmer bekommen haben. Für uns ist Ossi jetzt eine absolute A-Lösung.“

Auch deswegen soll „Ossi“ gleich heute Spielpraxis sammeln, wenn Bierofka wie gewohnt seine B-Löwen in den Zweitwettbewerb namens Totopokal schickt. Über Gegner TSV 1865 Dachau, seit fünf Jahren Bayernligist, sagt er: „Sie haben mit Rain und Buchbach zwei Regionalligisten aus dem Wettbewerb geworfen. Von dem her gehen wir immer von einem sehr, schwierigen Spiel aus.“ Bedeutet für Owusu: eine neue Karriere-Erfahrung. Beim einzigen Totopokal-Spiel während seines ersten München-Gastspiels stand er nicht im Kader. Es war das Halbfinal-Aus in Aschaffenburg (2:3).

Artikel 9 von 11