Lodz – Nach ihrem Sturm ins Viertelfinale wollen die deutschen Volleyballerinnen nun ein großes Stück vom EM-Kuchen. Das noch ungeschlagene Team von Bundestrainer Felix Koslowski ist nach dem sechsten Sieg im sechsten Endrundenspiel nur noch eine Partie vom Eingreifen in den Medaillenkampf entfernt. „Wir sind im Viertelfinale, das war unser großes Ziel. Alles was jetzt kommt, ist die Cherry on Top“, beschrieb Koslowski das Prinzip Sahnehäubchen im deutschen Lager.
Nach dem 3:0 im Eiltempo gegen Slowenien am Sonntag in Lodz hat der EM-Fünfte von 2017 sein Minimalziel erreicht. Mit einem Erfolg morgen gegen Co-Gastgeber Polen können die Deutschen erstmals seit 2013 wieder das Halbfinalticket buchen.
Das im Schnitt knapp 24 Jahre alte Team hat bisher eine EM auf hohem Niveau gespielt. Vor allem die Konstanz war beeindruckend. „Ich habe einen riesen Respekt vor der Truppe“, sagte Teammanagerin Lisa Thomsen, die bei den Silbermedaillen 2011 und 2013 als Libera im Einsatz war. „Mich fasziniert, wie konstant sie spielt und die Leistung abruft. Die Mädels machen mich ein bisschen sprachlos.“
Antworten müssen die deutschen Schmetterkünstlerinnen morgen auf die Offensivpower der Polinnen finden. Der Europaranglisten-Achte verfügt über eine körperlich starke Mannschaft und kann auf die Unterstützung von mehr als 10 000 Zuschauern in der Atlas-Arena setzen. „Durch eine gute Leistung kann man eine Halle auch mal komplett zum Schweigen bringen“, merkte Thomsen an.
In der Vorrunde in Bratislava ist es Deutschland gegen die Slowakei schon einmal bei dieser EM gelungen, ein Heimteam vor lautstarker Kulisse in die Schranken zu weisen. „Das sind die Momente“, sagte Thomsen, „für die man als Spieler lebt.“ sid