Gegen ein Drittel der Erde

von Redaktion

Timo Werner vor dem Duell mit Abwehrstar Virgil van Dijk

München/Hamburg – Timo Werner wird wohl spielen gegen die Niederlande. Der zuletzt als Spitze bevorzugte Leroy Sané ist verletzt, für den bei RB Leipzig spielenden Schwaben spricht, so Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff, „dass er mit großem Selbstvertrauen aus der Bundesliga kommt und gegen die Holländer schon mal getroffen hat“. Fünf Tore in drei Partien, zuletzt in Mönchengladbach schoss er alle drei Treffer seines Teams. „Als Profi“, sagt Werner, „ist mir das noch nie gelungen.“

Er bringt also genau die passende Form mit für ein Duell, das für einen Stürmer das derzeit reizvollste im Fußball ist: gegen Virgil van Dijk, den niederländischen Innenverteidiger, der mit dem FC Liverpool die Champions League gewann und von der UEFA als Bester in Europa geehrt wurde. In England spricht man sehr plakativ über Spieler – so auch in diesem Fall. Es heißt, zwei Drittel der Erde seien von Wasser bedeckt – und der Rest von Virgil van Dijk.

Der ist von den Maßen her (1,93 Meter, 92 Kilo) nicht weniger kolossig als andere Verteidiger, doch in den Vorstellungen seiner Gegenspieler so etwa 2,15 Meter groß und 115 Kilo schwer. „Wenn er neben einem steht, wird es dunkel“, sagt Timo Werner, „und wenn er in die falsche Richtung steht, kriegt man wenig Sonne ab.“ Das hat er persönlich zwar noch nicht erfahren, erwartet es aber so.

Was am 28-jährigen van Dijk am meisten beeindruckt, ist eine Statistik, die man gar nicht glauben mag, für die sich der Datendienstleister Opta (aus München) aber verbürgt. Am Ende der vergangenen Saison fasste Opta zusammen, dass van Dijk in wettbewerbsübergreifend 64 Spielen kein einziges Mal zugelassen habe, von einem Gegner ausgedribbelt worden zu sein. In der noch jungen Saison, so hat Timo Werner erfahren, „ist er jetzt mal ausgespielt worden“.

DFB-Kapitän Manuel Neuer wäre es recht, wenn Werner sich gegen van Dijk und am Montag die Nordiren austobt. „In der Liga“, sagt der Bayer-Torwart, „kann er sich im nächsten Spiel ein bisschen rausnehmen“. Es wäre das gegen die Bayern.  gük

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