Zwei Leiharbeiter im Blickpunkt

von Redaktion

Prince Owusu und Tim Rieder sollen dem TSV 1860 aus dem Tief helfen

VON LUDWIG KRAMMER

München – Ein Vermittlungsproblem? Oder einfach nur mangelnde Qualität? Das sind die Fragen, die sich beim TSV 1860 nach den ersten sieben Saisonwochen stellen. In der Dritten Liga rettete die Löwen zuletzt das glückliche 1:0 in Chemnitz vor einem Abstiegsplatz während der Länderspielpause, im Totopokal brauchte die Bierofka-Elf am Dienstag das Elfmeterschießen, um die Bayernliga-Feierabendkicker von 1865 Dachau zu bezwingen. „Die letzte Gier“ habe gefehlt, stellte der Trainer fest. Über die Leistung der Offensivabteilung werde zu reden sein.

Erste Ergebnisse werden für Freitag erwartet. Dann treten die Löwen um 14 Uhr auf dem Trainingsgelände gegen den österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck an. Die Augen der Fans werden sich bei diesem Testmatch vor allem auf Rückkehrer Prince Owusu (22) und Augsburg-Verteidiger Tim Rieder (26) richten. Mit den beiden Leihspielern ist der Kader für die Hinrunde komplett. Rieder soll als flexibel einsetzbarer Verteidiger die Spieleröffnung kultivieren, Owusu als sprintstarker Mittelstürmer für Torgefahr sorgen. Mit sieben Treffern in sieben Punktspielen haben die Löwen die zweitschlechteste Ausbeute der Liga, nur Schlusslicht Jena – nächster Gegner am übernächsten Samstag – weist mit drei Toren eine kargere Bilanz auf.

Beide Neuen wollen vor allem ihr Image als Leiharbeiter loswerden. „Ich bin 26, irgendwann will man sesshaft werden“, sagte der Dachauer Rieder auf seine jüngsten Stationen in Breslau und Darmstadt angesprochen. Eine Kaufoption hat 1860 allerdings nicht.

Klar ist für Rieder derzeit nur eines: „Ich will 1860 mit meiner Ruhe am Ball und meinem Spielaufbau helfen.“ Warum diese Qualitäten in Augsburg nicht mehr gefragt gewesen seien? Rieder: „Ich habe eine gute Vorbereitung gespielt – aber dann sind noch zwei bis drei Hochkaräter (Lichtsteiner, Jedvaj, Uduokhai, d. Red.) gekommen. Deswegen wollte ich mich neu orientieren.“ Auch was die Rückennummer angeht. Die 40 aus Augsburg hat ausgedient, Rieder bekommt die 23, die einst sein erklärtes Idol Michael Jordan trug.

Die Integration dürfte kein Problem sein. Owusu war schon im Verein, Rieder hat mit Kräften wie Sascha Mölders und Efkan Bekiroglu schon in Augsburg gespielt.

Gestern schwärmte Riedervor allem von Daniel Bierofka, der einen Spieler „elektrisieren“ könne und „ein Bild von Sechzig“ sei. „Für mich war es wichtig, dass ich weiß, dass mich ein Trainer voranbringen kann.“ Die nächsten Monate werden’s zeigen, was die neuen Löwen von den alten unterscheidet.

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