Hockey
Der einstige Medaillengarant wagt den Neustart, der Bundestrainer geht von Bord: Weniger als elf Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio hat sich der Deutsche Hockey-Bund (DHB) von Herren-Nationalcoach Stefan Kermas getrennt. Wie der Verband am Freitag mitteilte, bot der 40-Jährige in Folge des enttäuschenden EM-Abschneidens „aktiv“ seinen Rücktritt an. „Da es bisher nicht gelungen ist, die von uns gesetzten Ziele umzusetzen, habe ich daraus meine Konsequenzen gezogen“, sagte Kermas. „Eine solche Veränderung auf der Bundestrainerposition ist in unserem Sport sehr selten, schafft aber vielleicht den nötigen Impuls, der elf Monate vor Olympia wichtig für die Mannschaft ist“, sagte DHB-Sportdirektor Heino Knuf. Als mögliche Nachfolger gelten Kermas-Vorgänger Valentin Altenburg, der frühere Frauen-Bundestrainer Jamilon Mülders und Markus Weise, der einst als Bundestrainer mit den Frauen (2004) und dann zweimal mit den Männern (2008 und 2012) Olympia-Gold holte. Der DHB wollte die Spekulationen nicht kommentieren.
Die Zahl 80 macht Carsten Keller keine Angst. Nein, sagt der Hockey-Olympiasieger von 1972 lächelnd – ganz im Gegenteil: „Ich bin mit der Zahl seit dem 1. Januar vertraut, weil ich in diesem Jahr in der Altersklasse Herren 80 antrete.“ Doch nicht mehr auf dem Hockeyplatz, sondern als passionierter Tennisspieler. So oder so: Der Sport steht auch heute noch im Mittelpunkt. Seinen größten Erfolg feierte der gebürtige Berliner, der am Sonntag seinen 80. Geburtstag feiert, bei den Sommerspielen 1972 in München: Als Kapitän führte er das deutsche Team zum überraschenden Olympiasieg. Keller entstammt einer wahren Hockey-Dynastie. Sein Vater Erwin holte 1936 olympisches Silber, seine Kinder Natascha (2004 in Athen), Andreas (1992 in Barcelona) und Florian (2008 in Peking) wurden ebenfalls Olympiasieger. „Ich habe sieben Enkel, die spielen alle Hockey und sind talentiert. Da wird die Tradition fortgesetzt“, sagte Keller.