Hamburg – Unter der Woche überraschte Bundestrainer Joachim Löw (59) mit einer Einsatz-Garantie für Serge Gnabry (24). „Serge Gnabry spielt. Serge Gnabry spielt immer“, sagte Löw im Vorfeld der Partie gegen die Niederlande über den Flügelflitzer des FC Bayern. Gestern Abend präzisierte Jogi bei RTL seine Aussage: „Ich habe mich da so ein bisschen an Louis van Gaal orientiert“, verriet Löw. Zur Erinnerung: Als van Gaal Trainer in München war, drückte er seine Wertschätzung für Thomas Müller bekanntlich wie folgt aus: „Müller spielt immer.“
Was Müller für van Gaal war, ist Gnabry jetzt also für Löw. Warum? „Serge hat in den letzten Spielen immer das gemacht, was man von einem Stürmer erwartet. Er hat sich viel bewegt, ist häufig ins Eins-gegen-Eins gegangen und war torgefährlich“, schwärmte Jogi. Sein früherer Chef beim DFB, Jürgen Klinsmann (55), sieht kein Problem, wenn Löw seinen Schützlingen eine Startplatz-Garantie ausspricht. „Für den Spieler selbst ist es ein gutes Gefühl und du willst das Vertrauen des Trainers auf dem Platz bestätigen. Das hat Gnabry zuletzt mit seinen Leistungen immer wieder gemacht“, sagte der RTL-Experte. Keine zehn Minuten waren gegen Holland gespielt, da zahlte der Bayern-Angreifer das Löwsche Vertrauen mit dem Treffer zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung zurück.
Ein Gnabry in Top-Form ist für die DFB-Elf vor allem nach dem Kreuzbandanriss von Leroy Sané (23) enorm wichtig. Der feuerte seine Teamkollegen von Innsbruck aus an, wo er nach seiner Knie-OP die ersten Teile seiner Reha absolvierte. „Männer, viel Glück heute Abend. Ich drück die Daumen“, schrieb Sané in den sozialen Medien.
Gegen die Niederländer ersetzte Timo Werner (23) den Flügelspieler von Manchester City auf der linken Außenbahn. Warum der Leipziger den Vorzug vor Julian Brandt (23) erhielt, begründete der Bundestrainer so: „Julian Brandt war in der Vorbereitung ein bisschen angeschlagen und hatte in Dortmund erst zwei Kurzeinsätze. Timo Werner hat alle Spiele mit Leipzig gemacht und hat so vielleicht den etwas besseren Rhythmus.“ Außerdem habe Werner das Selbstbewusstsein von fünf Toren in der Bundesliga.
Ebenfalls nur ein Platz auf der Auswechselbank blieb Kai Havertz. Für Klinsmann ein Zeichen, dass Havertz für die Startelf noch mehr tun muss: „Die Konkurrenz ist enorm. Jogi hat eine große Auswahl von vielen Top-Leuten, obwohl Leroy Sané verletzt ist. Jemand muss immer in den sauern Apfel beißen.“
Das musste auch Ilkay Gündogan, der aktuell im Mittelfeld-Zentrum nicht am Duo Joshua Kimmich/Toni Kroos vorbei kommt. Dieser Umstand tue Löw leid, „weil der Ilkay sehr gut trainiert, aber Kroos und Kimmich aktuell gesetzt sind.“ Und das bleibt wohl auch am Montag gegen Nordirland so. bok