Monza – Die Tifosi ließen La Ola über die Tribünen rollen, Sebastian Vettel winkte freundlich ins Publikum, doch auf der Strecke raste Charles Leclerc seinem Teamkollegen und den anderen Formel-1-Rivalen davon: Zum Auftakt des Großen Preises von Italien hat vor allem Ferrari-Shootingstar Leclerc die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg der Scuderia seit neun Jahren befeuert.
Der 21-Jährige sorgte am Freitag im freien Training in 1:20,978 Minuten für die Bestzeit und war dabei etwas schneller als Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes (1:21,046) auf Rang zwei. Auch das Teamduell mit dem drittplatzierten Vettel (1:21,179) entschied Leclerc erneut für sich. Beide Trainingseinheiten am Freitag wurden immer wieder von Regenphasen begleitet, die schnellsten Runden drehten die Piloten in der zweiten Session auf trockener Strecke.
Die Erwartungshaltung in Italien ist groß, besonders Vettel steht unter Druck. Leclerc hat dem Deutschen zuletzt intern den Rang abgelaufen. Beim Premierensieg des Monegassen in Belgien hatte der viermalige Weltmeister Vettel die Helferrolle übernehmen müssen. Bei einer weiteren Niederlage im Teamduell vor den Augen Zehntausender Italiener dürfte Vettels Rolle als Nummer zwei der ruhmreichen Scuderia vorerst zementiert sein. Im Vorfeld hatten beide Piloten allerdings Geschlossenheit demonstriert.
Auf dem Weg zum ersten Ferrari-Sieg in Italien seit Fernando Alonso im Jahr 2010 dürfte das Wetter eine entscheidende Rolle spielen. Im Qualifying am Samstag soll es trocken bleiben, was Vettel und Ferrari im Kampf um die Pole Position entgegenkommen würde. Für das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) werden regnerische Bedingungen erwartet. Vor allem Vettel tat sich schwer.
Die Einheiten wurden mehrfach unterbrochen. Unter anderem zerlegte der Mexikaner Sergio Perez (Racing Point) Front und Heck seines Boliden, als er nach einem Dreher in die Begrenzungsmauer krachte. sid