Nantes – Timo Boll und Co. sind in Europa weiter eine Klasse für sich: Mit bislang unerreichter Dominanz haben die deutschen Tischtennis-Herren bei der Mannschafts-EM in Nantes zum achten Mal den Titel gewonnen. Durch einen 3:0-Sieg im Finale gegen Portugal machte das Top-15-Trio Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska mit einer „weißen Weste“ seine erfolgreiche Titelverteidigung so überlegen wie kein EM-Champion zuvor perfekt.
Mit ihrer imponierenden Rekordbilanz von 15:0 Siegen holten die WM-Zweiten als erstes Herren-Team in der über 60-jährigen EM-Geschichte ohne den Verlust eines einzigen Matches Mannschafts-Gold. Zugleich setzten die Schützlinge von Bundestrainer Jörg Roßkopf weniger als ein Jahr vor Olympia in Tokio ein Ausrufezeichen. „Uns war bewusst, dass wir die stärkere Mannschaft sind und das Finale gewinnen, wenn wir wieder eine sehr gute Leistung abrufen. Das haben wir geschafft“, kommentierte Boll das Finalergebnis.
Auf den Erfolg von Nantes waren Boll und seine Kollegen, von denen an der Atlantikküste Mixed-Europameister Ruwen Filus (Fulda) und Benedikt Duda (Bergneustadt) nicht zum Einsatz kamen, geradezu programmiert. Durch ihre Dichte von Weltklasse-Spielern ist Roßkopfs Mannschaft in Normalform momentan auf dem Kontinent konkurrenzlos. Mehr als drei Spieler in den Top 15 der Weltrangliste hat derzeit lediglich Weltmeister und Olympiasieger China aufzubieten.
Auch im Finale konnte sich Roßkopf auf seine Spitzenspieler verlassen. Boll stellte gegen Portugal in der Neuauflage des Endspiels von 2017 in Luxemburg durch ein 3:1 im zweiten Einzel gegen den früheren Doppel-Europameister Joao Monteiro die Weichen auf Sieg.
Für die 1:0-Führung hatte Ex-Weltcupsieger Ovtcharov im Eröffnungseinzel mit einem 3:0 gegen seinen Klubkollegen Marcos Freitas gesorgt. Franziska machte den souveränen Triumph im Duell mit Bundesliga-Profi Tiago Apolonia (Neu-Ulm) durch ein 3:0 perfekt. Die deutsche Mannschaft war im Viertelfinale gegen die Portugiesinnen ausgeschieden. sid