Shanghai/Köln – Dennis Schröder stand in den Katakomben des Oriental Sports Centers und wirkte gereizt. Statt dem Spiel gegen Kanada alle Kraft zu widmen, teilte der Topstar erst einmal kräftig aus. Er nahm seine Kritiker aufs Korn, bezeichnete die Vorgänge in seinem Heimatklub als „Schande“ und ließ mit Aussagen zu seiner Zukunft im Deutschland-Trikot aufhorchen.
„Ein Commitment“, also eine feste Zusage für die kommenden Aufgaben, „gibt es gar nicht“, sagte Schröder vor dem Duell mit Kanada am Montag (14.00 Uhr/MagentaSport). Selbst eine hohe Niederlage mit bis zu 48 Punkten Differenz garantiert einen Platz im Quali-Turnier für Tokio 2020. Ein Sieg würde jedoch einen etwas versöhnlichen Abschluss einer enttäuschenden Weltmeisterschaft bedeuten.
Schon jetzt gibt es für den DBB viele Diskussionsansätze zur schonungslosen Aufarbeitung: Der (zeitweise) Absturz des auf Schröder ausgerichteten Systems, eine offensichtlich unzureichende Vorbereitung, das Fehlen eines Sportdirektors.
Schröder gab zu Protokoll, dass das Team „ready“ dafür sein werde, „in den Krieg zu ziehen“. Anschließend will Schröder nach Hause fahren „und dann schauen, was in der Zukunft weiter so passiert.“
Womöglich war Schröder auch der Streit um Liviu Calin aufs Gemüt geschlagen, der ihn am Rande der WM beschäftigt. Seinem Entdecker ist beim Bundesligisten Braunschweiger Löwen gekündigt worden. Schröder ist Anteilseigner bei dem Klub und kündigte nun „Konsequenzen“ an. sid