Hamburg/München – Bundesweites Staunen über die Choreografie des Fanclubs Nationalmannschaft (beziehungsweise der zuständigen Marketingagentur): Was sollte vor dem Spiel gegen die Niederlande mit dem Begriff „Volley!“ zum Ausdruck gebracht werden? Sollte es ein freundschaftlicher Veranstaltungshinweis sein, bezogen auf die Volleyball-Europameisterschaft der Damen (die noch bis Sonntag lief)? Oder war es die Aufforderung, gegen Oranje den Ball im Angriff öfter mal direkt aus der Luft (volley) zu nehmen?
Nein, da sollte „Vollgas“ stehen. Als Motto für den Rest der Qualifikation für die EM (Fußball). „Von Hamburg über München bis London.“ Das wäre der Weg zum Titel. In München werden 2020 mindestens zwei deutsche Vorrundenspiele (Qualifikation vorausgesetzt) stattfinden, London ist Finalort.
Doch angesichts der Parole „Vollgas“ bekam der DFB, obwohl er sie nicht erstmals verwendete, Bedenken. Deutschland hat ja seine Geschichte mit dem Gas, man sollte den Begriff gerade international nicht so offensiv einsetzen. Die Choreografie wurde folglich umgeschrieben. Sie einfach mal sein lassen war wohl keine Option.
Heute in Belfast wird der DFB-Fanclub nicht groß choreografieren. Wer wird überhaupt dort sein? An einem Montag? Vielleicht verliert der nationale Fußball sogar gegen lokales Eishockey. Vorige Woche wurden die Augsburger Panther zu ihrem Champions-League-Vorrundenspiel bei den Belfast Giants von 1500 Fans begleitet. Der Fußball ist herausgefordert. GÜNTER KLEIN