Belfast – Trotz Personalwechsel und System-Umstellung hatte Bundestrainer Joachim Löw auch gegen Nordirland keinen Startelf-Platz für DFB-Juwel Kai Havertz (20). Dabei war es Löw selbst, der dem Offensivspieler in Belfast nach dem Ausfall von Ilkay Gündogan (28/Magen-Darm-Erkrankung) noch Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an gemacht hatte. Auf der Abschlusspressekonferenz sagte Löw: „Sicherlich ist Kai Havertz ein Kandidat für die Startelf.“
Letztendlich entschied sich der Bundestrainer für eine taktische Variante ohne Havertz, zog stattdessen Marco Reus auf die Zehner-Position zurück und ließ Julian Brandt in der Dreier-Sturmreihe wirbeln. „Wir brauchen gegen Nordirland nur zwei Innenverteidiger, unsere Außenverteidiger gehen immer gerne ein bisschen höher. Im Mittelfeld haben wir mit Toni Kroos und Joshua Kimmich zwei Spieler – Joshua vor der Abwehr, Toni nach vorne gezogen“, führte Löw seine taktischen Gedanken aus.
Der ehemalige Bundestrainer und RTL-Experte Jürgen Klinsmann sieht kein Problem darin, dass Löw sein Top-Talent weiterhin auf der Bank schmoren lässt: „Es ist eine Leistungsgesellschaft. Wenn Kai Havertz spielen will, muss er besser sein als derjenige, der aktuell für ihn spielt. Das ist eine Leistungsdefinition von Spiel zu Spiel: Der, für den sich Jogi und sein Trainerstab entscheiden, hat eben die Nase vorne.“ Löw betonte, dass es immer schwierig sei, Veränderungen innerhalb einer jungen Mannschaft vorzunehmen: „Am Ende ist es gut, wenn eine junge Mannschaft häufig zusammenspielt.“
Für Kai Havertz kam dann doch noch ein Länderspiel dazu: Er wurde für Timo Werner eingewechselt und führte sich mit einem guten Kopfball ein. bok