Wrexham – Ridle und Rudi sind endlich wieder im DFB-Trikot vereint. Nicht die Weltmeister Karlheinz und Völler natürlich, sondern die Zwillinge Makana und Bote Baku mit ihren ungewöhnlichen Spitznamen. „Das letzte Mal haben wir in der A-Jugend zusammengespielt. Es freut mich extrem, mit meinem Bruder hier zu sein“, sagt Bote Baku. Seite an Seite starten sie heute in Wales mit dem deutschen U21-Nationalteam in die EM-Qualifikation (20 Uhr/ProSieben Maxx).
„Makana“ und „Bote“ sagt im DFB-Team aber kaum jemand, die Spitznamen sind längst Usus. Bote hat sich „Ridle“ Anfang 2018 sogar in den Pass eintragen lassen. Ohne das „e“ in der Mitte, wohlgemerkt. Sein Bruder hat diesen Schritt noch nicht gewagt, auch wenn er längst als Rudi bekannt ist. „Mein Vater war damals ein Fan von Rudi Völler. Er wollte, dass ich genauso werde wie er. Wobei das ziemlich schwierig ist“, sagt Baku grinsend.
Vater Lutumba war 1992 aus dem damaligen Zaire nach Deutschland gekommen – und wurde zum Anhänger der Nationalmannschaft. Als 1998 in Mainz die Zwillinge zur Welt kamen, fielen die „richtigen“ Namen schnell unter den Tisch. Inzwischen haben sich die Wege getrennt: Ridle Baku hat es bei Mainz schon auf 21 Bundesliga-Spiele und zwei Tore geschafft, sein Bruder bei Holstein Kiel immerhin auf fünf Zweitliga-Begegnungen.
Nun gehen die beiden gemeinsam für die deutsche U21 auf Torejagd. Beim Test gegen Griechenland in Zwickau (2:0) durfte jeder eine Halbzeit ran. „Wir haben das genossen, auch wenn wir nicht gleichzeitig auf dem Platz standen. Es freut uns, an alte Zeiten anknüpfen zu können“, sagte Rudi.
Gut möglich, dass DFB-Trainer Stefan Kuntz in Wales von Beginn an auf die Baku-Zwillinge setzt. Einen Ausrutscher sollte das Team nach Möglichkeit vermeiden. „Jetzt wird es ernst. Wir müssen einfach die Dinge, die wir gegen Griechenland gut gemacht haben, auch in Wales auf den Platz bringen. Und dann werden wir mit einem Sieg nach Hause fahren“, sagt Ridle, der aber auch gewarnt ist: Gegen Belgien, von Kuntz zum Gruppenfavoriten erklärt, gewann Wales 1:0.
Ein Sieg wäre auf dem Weg zur EM 2021 Gold wert. Bei der Endrunde in Slowenien und Ungarn wollen dann auch Rudi und Ridle dabei sein. Und wer weiß, vielleicht geht ja auch noch mehr. „Irgendwann gemeinsam für die A-Mannschaft zu spielen“, sagt Rudi, „das wäre ein absoluter Traum.“ sid