Düsseldorf – Gestern war im Düsseldorfer „Stahlwerk“ Media Day der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), mit Managern, Spielern, Sponsoren, Partnern. Der Vertreter der Deutschen Telekom, die das Streaming-Portal „MagentaSport“ betreibt, kündigte an, dass für ausgewählte Übertragungen wieder Spieler verkabelt würden, wie es früher bei Servus TV der Fall war: „Die Cable Guys sind zurück. Don Jackson freut sich schon.“ Etwas gequälte Mienen bei der München-Delegation zum Magenta-Spott.
EHC-Trainer Don Jackson war am Samstag beim Münchner Champions-League-Spiel in Ambri/Schweiz verkabelt gewesen (in der europäischen Liga Standard), so wurde seine Schimpftirade („Fuck you!“) gegen den Schiedsrichter live übertragen. Die CHL sperrte ihn für zwei Partien auf Bewährung, dazu kommt eine Geldstrafe von 2000 Euro. „Wir sind froh, dass die Sache aufgearbeitet ist“, sagt EHC-Manager Christian Winkler. „Es hatte ja Spekulationen gegeben, warum er sich so verhalten hat.“ Nun ist klar: Er hatte sich aufgeregt, weil an der Zeitnahme sechs Sekunden für Ambri-Piotta herausgeschunden worden waren und die Schiedsrichter das nicht korrigierten. „Don ist ein Gerechtigkeitsfanatiker“, so Winkler, „und man sieht, dass er sich immer für seine Mannschaft einsetzt – auch wenn er sicher übers Ziel hinausgeschossen ist.“ Winkler glaubt: Wird so schnell nicht wieder vorkommen.
Sicher? Am Freitag beginnt die DEL-Saison, München muss nach Augsburg – wo Jackson in der Vorsaison den Referee nach Spielschluss auf dem Eis bestürmt hatte. Winkler sagt, falls was sei, „versuche ich, schneller zu sein“. Sein Knöchelbruch, zugezogen an Weihnachten, sei komplett verheilt. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke erinnert sich an den Fall Jackson in Augsburg: „Danach hat er bei mir angerufen, noch bevor wir die Sache behandelten, und fragte: ,Was muss ich zahlen?’“
Ob die Münchner in Augsburg schon ihren am Dienstag aus den USA eingetroffenen Verteidiger Bobby Sanguinetti einsetzen, ist noch offen. „Wir beobachten ihn schon länger“, verrät Winkler. Dass Sanguinetti vergangene Saison beim AHL-Club Charlotte Checkers verhalten punktete, erklärt Winkler so: „Er wartete, ob er in Lugano einen neuen Vertrag bekommt. Als sich das nicht ergab, ging er nach Charlotte zurück, wo er aber nicht seine normale Rolle spielte, sondern Mentor der jungen Spieler war.“ In München soll Sanguinetti beherzt offensivverteidigen dürfen. gük