Kiel – Schon in der Startphase der neuen Saison jagen sich die Top-Spiele in der Handball-Bundesliga. Nachdem Rekordmeister THW Kiel am Samstag bei Angstgegner SC Magdeburg (31:32) verloren hat, kommt nun Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt in die Kieler Sparkassen-Arena. Vor dem heutigen 101. Nordderby (19.00 Uhr/Sky) blicken die Club-Verantwortlichen aber eher auf das Tagesgeschäft und weniger auf das Titelrennen. „Die Meisterschaft wird erst am Ende der Saison entschieden“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.
Unbestritten ist aber auf beiden Seiten die Wichtigkeit dieses Duells zwischen dem Meister der beiden vergangenen Spielzeiten und dem aktuellen Pokalsieger. In der Liga haben beide Nordclubs bereits Punkte verloren. Die SG erreichte bei der HSG Wetzlar nur ein 27:27, den THW traf es mit der Niederlage beim ungeschlagenen Tabellenführer Magdeburg härter.
Die Betroffenen halten es für verschmerzbar, die Liga scheint ausgeglichener als in der Vergangenheit.. „Ich glaube nicht, dass dieses Jahr wieder eine Mannschaft mit nur zwei Niederlagen Meister wird“, sagte THW-Regisseur Domagoj Duvnjak, der seinen Vertrag gestern bis 2022 verlängerte, den „Kieler Nachrichten“. „Man hat schon nach drei Spieltagen gesehen, dass die Liga dieses Jahr richtig stark ist.“
Die „Zebras“ wollen gegen den Nordrivalen gerade vor heimischem Publikum ein Zeichen setzen. In den bisherigen 100 Derbys gingen die Kieler 59-mal als Sieger vom Platz. 36-mal hatten die Flensburger die Nase vorn. Zuletzt vor drei Wochen beim Supercup in Düsseldorf, den die SG nach Siebenmeterwerfen mit 32:31 gewann. Für Kiels Sportdirektor Viktor Szilagyi war das aber keine „echte Niederlage“. Schließlich hatte es nach der regulären Spielzeit 28:28 gestanden. „Wir haben an einem neutralen Ort unentschieden gespielt“, sagte der Österreicher. dpa