Foxborough – Es ziehen sich wieder dunkle Wolken über Antonio Brown zusammen. Und diesmal geht es nicht um Kleinigkeiten. Kaum war es nach turbulenten Wochen für kurze Zeit etwas ruhiger um den Footballstar geworden, steht er wieder in den Schlagzeilen. Seine frühere Fitnesstrainerin Britney Taylor beschuldigt den Wide Receiver, sich dreimal sexuell an ihr vergangen zu haben, und hat in Florida Klage eingereicht. Brown wies alle Vorwürfe zurück.
„Alle sexuellen Handlungen waren einvernehmlich“, hieß es in der Mitteilung der Anwälte von Brown, der in der US-Profiliga NFL erst Anfang der Woche nach einer hollywoodreifen Fehde mit den Oakland Raiders zu Meister New England Patriots gewechselt war.
Laut Anklage soll der 31-Jährige die Sportlehrerin zweimal sexuell belästigt und einmal vergewaltigt haben. Die 28-Jährige unterzog sich bei ihren Angaben einem Lügendetektortest. Tayler erklärte, sie habe sich ihren Schritt gut überlegt. „Es war eine unglaublich schwierige Entscheidung, als Vergewaltigungsopfer von Antonio Brown in die Öffentlichkeit zu gehen“, wurde die Trainerin von ihrem Anwalt zitiert. Laut Anklage plagen sie Selbstmordgedanken und Panikattacken.
Die NFL hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. „Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst. Unter keinen Umständen dulden wir sexuelle Gewalt“, teilte die Franchise mit. Am Mittwoch hätte Brown, dessen Einjahresvertrag bei den Patriots mit 24 Millionen Dollar dotiert ist, zum ersten Mal mit dem Team aus Foxborough trainieren und im besten Fall am Sonntag in Miami sein Debüt gegen die Dolphins geben sollen. Nun ist völlig offen, wie es weitergeht.
Laut ESPN ist denkbar, dass der Spieler auf die sogenannte „Commissioner’s Exempt List“ gesetzt wird, das kann nur NFL-Boss Roger Goodell tun. Brown wäre in diesem Fall von allen Aktivitäten seines Klubs ausgeschlossen, solange die Liga in der Angelegenheit ermittelt.
Brown werde „jeden Stein umdrehen und sich aggressiv verteidigen, das betrifft auch all seine Rechte auf Gegenklagen“, kündigte sein Rechtsanwalt an. „AB“ geht also in die Offensive – wie gewöhnlich. Zuletzt hatte das Enfant terrible bei den Raiders so lange Theater veranstaltet, bis sie ihn entließen. Erst konnte Brown wegen Erfrierungen nach einer Kältebehandlung nicht trainieren, weil er keinen Schutz an seinen Füßen getragen hatte. Dann streikte er, weil sein Helmmodell verboten wurde. Und dann soll er wegen der Geldstrafe für seine Possen auch noch General Manager Mike Mayock Gewalt angedroht haben. sid