Frankreich stürzt den Gold-Favoriten

von Redaktion

Erstmals seit 2006 kassiert Team USA wieder eine Niederlage bei einer Basketball-WM

Dongguan – Mit hängenden Schultern schlichen die geschlagenen Dauersieger aus den USA vom Parkett, Star-trainer Gregg Popovich gratulierte höflich den Franzosen. Erstmals seit dem Heimdebakel 2002 ist die Basketball-Supermacht wieder im Viertelfinale einer WM gescheitert und hat gleichzeitig ihre Chance auf den ersten Titel-Hattrick der Geschichte verspielt. In Dongguan unterlag der Weltmeister nach einer enttäuschenden Vorstellung Frankreich 79:89 (39:45)..

Popovich, der Coach der San Antonio Spurs, verneigte sich vor dem Gegenüber Vincent Collet. „Der Trainer und sein Team haben einen außergewöhnlich guten Job gemacht. Das ist die beste französische Mannschaft, die ich je gesehen habe.“

Die Pleite hat für die USA fast historische Züge. Mit Beteiligung von NBA-Profis hatten die Amerikaner bei großen Turnieren zuletzt 58 aufeinanderfolgende Siege geholt. Die letzte WM-Niederlage hatte man 2006 im Halbfinale gegen Griechenland kassiert. Nun muss man zusehen, wie die Franzosen morgen (14.00 Uhr MESZ/MagentaSport) in Peking gegen die Argentinier um den Finaleinzug spielen. Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu nach dem Coup bei Twitter, „du musst an dich glauben, an deine Träume. Sie haben es geschafft und es ist wunderschön.“

Topscorer der Franzosen waren Evan Fournier (22 Punkte) und Rudy Gobert (21), beim US-Team war Donovan Mitchell (29) der mit Abstand beste Werfer. Es dürfte den gestürzten Turnierfavoriten kaum trösten, dass durch den Viertelfinaleinzug bereits das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio in der Tasche war. Im kommenden Jahr dürfte die Mannschaft ohnehin wieder ein ganz anderes Gesicht haben. Dass viele Topleute fehlten, war Mitchell egal: „Wenn sie nicht spielen wollen, wollen sie nicht spielen.“

Gegen die körperlich robusten Franzosen, die das deutsche Team zum Vorrundenauftakt bezwungen hatten, taten sich die Amerikaner in der ersten Hälfte sehr schwer. Von der Dreierlinie fiel fast nichts, bei den Rebounds dominierte der Gegner. Außerdem konnte der Titelverteidiger Gobert (Utah Jazz) unter dem Korb und Distanzschütze Fournier (Orlando Magic) nicht stoppen.

Erst Ende des dritten Viertels fand der Favorit seinen Spielrhythmus, angeführt von Mitchell (Utah) verkürzte das Team USA den Rückstand zusehends und glich schließlich aus (60:60/28. Minute). Doch als es darauf ankam waren die Franzosen einfach besser. Nando de Colo stellte den Endstand her.  sid

Artikel 5 von 11