Chemnitz – Die letzten Worte, mit denen sich Thomas Sobotzik vom Chemnitzer FC verabschiedete, hatten es in sich. Tief getroffen vom blanken Hass einiger Teile der Fans und gezeichnet von monatelangen Querelen und zahllosen Beleidigungen wandte sich der scheidende Sportdirektor des skandalumwitterten Fußball-Drittligisten ein letztes Mal in seiner alten Funktion an die Öffentlichkeit.
„Was ich zuletzt an persönlichen Anfeindungen, Beschimpfungen und Drohungen erleben und erleiden musste, geht weit über das Maß hinaus, das verkraftbar ist“, teilte der 44-Jährige in einer Stellungnahme mit.
Die Entscheidung zur Demission, so Sobotzik, sei bereits vor dem Ligaspiel am 23. August gegen Bayern München II gefallen, bei dem er von Teilen der Anhänger als „Judensau“ beschimpft worden war. Wie der gebürtige Pole Sobotzik, der noch maximal bis zum 15. September seine Funktion beim CFC ausführen wird, zu verstehen gab, lag der Grund für seinen Entschluss vor allem in der fortwährenden Auseinandersetzung mit den Fans.
„Ich habe mich seit Langem mit dieser unheilvollen Situation beschäftigt und immer wieder aufs Neue klar Position bezogen, wäre auch jederzeit zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem radikalen Teil unserer Fans bereit gewesen, aber dieses Anliegen hatte keine Chance auf eine Realisierung“, sagte Sobotzik in seiner Erklärung.
„Noch während des Heimspiels gegen Meuselwitz, als ich kurz vor Abpfiff in die Fankurve gegangen bin, um alle zu beruhigen, weil ein Platzsturm drohte, wurde ich von einigen sogenannten Fans verbal beleidigt und bedroht sowie mit vollen Bierbechern beworfen und auch getroffen. Schon da fielen Worte wie ,Verpiss Dich, du Hurensohn’ und ,Verschwinde aus Chemnitz’“, sagte Sobotzik.
Vor 16 Monaten war der ehemalige Frankfurt-Profi mit dem Ziel gestartet, das Team nach der Insolvenz zu sanieren und wieder zu sportlichem Erfolg zu führen. sid