Früher oder später wird es so weit kommen: RasenBallsport Leipzig wird einen großen Titel gewinnen. Den Zusatz „groß“ braucht es deshalb, weil das fußballerische Flaggschiff des Brausekonzerns Red Bull bereits vier Trophäen in der imaginären Vitrine stehen hat: Für die Meisterschaften in der Oberliga Nordost und in der Regionalliga Nordost, dazu kommen zwei Siege im Sachsenpokal. Im Mai verhinderte der FC Bayern mit dem Sieg im Pokalfinale den ersten großen RB Titel noch.
Dennoch ist der große Albtraum vieler Fußball-Traditionalisten eine reine Frage der Zeit. Vielleicht schlägt sogar schon heuer die Stunde der Bullen. Die Vorzeichen stehen vor dem ersten Gipfeltreffen der Saison jedenfalls gut. RB ist Spitzenreiter, der Rekordmeister reist in gewisser Weise als Herausforderer an.
Ein Vorgeschmack? Nicht auszuschließen, dass die Kräfteverhältnisse bald so sind. Bei aller berechtigten Kritik am Marketingkonstrukt RB, das die 50+1-Regel im Übrigen ad absurdum führt, gibt es zweifelsfrei positive Aspekte. Zum einen belebte der Club das Fußball-Brachland im Osten. Zum anderen tut RB der Bundesliga gut. Denn es wächst in Leipzig eine dritte Macht heran.
Seitdem Leipzig 2016 den Sprung ins Oberhaus schaffte, landete der Klub auf Rang zwei, sechs und drei. RB vertritt Deutschland also auch im internationalen Geschäft. Zugegeben, bislang mit bescheidenem Erfolg. Das könnte sich in dieser Spielzeit ändern. Die Champions-League-Gruppe mit Benfica Lissabon, Olympique Lyon und Zenit St. Petersburg ist kein Freilos, unmöglich ist das Weiterkommen aber nicht. Ein starker dritter Bundesliga-Vertreter in Europa? Davon profitiert die ganze Liga, letztlich auch der FC Bayern. Und auch Joachim Löw dürfte seine Freude an den Leipzigern haben. Mit Lukas Klostermann, Marcel Halstenberg und Timo Werner gehörten zuletzt drei RB-Profis zum Stamm der Nationalelf. Red Bull verleiht eben Flügel…
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