Voakes macht den Unterschied

von Redaktion

Kanadier verhilft dem EHC Red Bull München mit zwei Assists zum 2:1 in Augsburg

VON FABIAN RIESE

Augsburg – Der neue Münchner Kapitän Patrick Hager ließ vor dem Start den Blick fast ein bisschen verliebt über die schwer euphorisierten Ränge des Augsburger Stadions schweifen. „Diese Spiele machen den Fans Spaß“, sagte, „und sie machen uns Spaß.“ Das Südderby zum Auftakt – das hatte es in der Deutschen Eishockey Liga erst einmal gegeben. 1994, im ersten DEL-Jahr, fertigten die Maddogs München den Nachbarn mit 6:1 ab.

Nun, die Münchner „Erben“ machten es diesmal gnädiger. Am Ende stand ein 2:1 (1:0, 1:1, 0:0). Und EHC-Trainer Don Jackson war zufrieden: „Das Spiel war wie immer hier in Augsburg heiß umkämpft“, sagte er, „vor allem unsere erfahrenen Spieler waren heute Top-Vorbilder für die Jungen.“

Und es wurde schnell klar, wie sich das Team von Trainer Don Jackson die Sache so vorstellte beim,vorjährigen Halbfinal-Störenfried. Vor allem die eigene Zone wollte man im Griff haben. Und das hatten die Münchner auch. Augsburg tat sich zunächst schwer mit seinen Offensivbemühungen. Thomas Holzmann tankte sich mal durch und scheiterte knapp. Just aus dieser Situation entwickelte sich freilich eine echte Demonstration einer der größten Münchner Stärken. Der EHC Red Bull schaltete blitzschnell von Defensive auf Offensive. Mark Voakes rauschte durch, seinen Querpass schubste Maximilian Kastner zum 0:1 in die Maschen (4.). Für Voakes der 200. Assist, passend zum Tag der Jubiläen: Kollege Philip Gogulla bestritt sein 800. Spiel in der DEL („Darauf kann man schon stolz sein“).

Augsburg mühte sich redlich, doch München wirkte den Tick zielstrebiger. Mark Voakes knallte einen Volleyschuss aus spitzestem Winkel gegen den Pfosten – Tor des Jahres-Gefahr. So bedufte es schon eines der wenigen Münchner Fehler um das, mit 6179 Zuschauern natürlich packevolle Augsburger Stadion wieder in die Stimmung der Champions-League-Tage zu versetzen. In Minute 25 übersahen sie Matthew Fraser, der sich im Rücken der Abwehr davongestohlen hatte. Gegen den Schlenzer des Ex-NHL-Profis war Danny Aus den Birken machtlos.

Aber der EHC hatte an diesem munteren Freitagabend ja Mark Voakes. Der Kanadier schnappte sich nur gut zwei Minuten die Scheibe. Seinen feinen Rückpass drückteYoungster Justin Schütz zu seinem ersten DEL-Treffer über die Linie (27.).

Immerhin: In der, lange Zeitz zurückhaltend geführten Partie war nun immer mehr der Dampf, den man von Anfang an erwartet hatte. Die Zusammenstöße auf dem Eis häuften sich derbywürdig. Das Tempo stieg und mit ihm die Anzahl der Torszenen. Wenn dabei auch wenig Zwingendes heraussprang im Duell eines Teams das nicht das letzte Risiko gehen wollte (München) mit einem Team, das es an desen Tag nicht konnte (Augsburg).

Und so hatten die scheibensichereren Münchner am Ende sogar wenig Mühe, um die ersten Punkte der Saison abzusichern. So konnten die Augsburger in der Schlussminute noch nicht einmal Goalie Oliver Roy zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen, weil die Gäste keinen Scheibenbesitz zuließen. Der EHC nahm die Punkte gerne mit – die nächsten sollen am Sonntag folgen. Um 16.30 Uhr ist dann die Düsseldorfer EG am Oberwiesenfeld zu Gast.

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