Ein Auftakt nach Maß

von Redaktion

EHC München bezwingt DEG mit 3:2 – mit weißer Weste nach Mannheim

VON FABIAN RIESE

München – Es war in den vergangenen Jahren ja eine liebe Gewohnheit beim EHC Red Bull München. In ihrem ersten Heimspiel der neuen Saison feierten die Münchner noch einmal die alte. Der Meisterpokal wurde präsentiert, das Banner feierlich unter das Hallendach gezogen.

Nun steht die Trophäe seit dem Frühjahr in Mannheim – so gesehen war es fast schon schmucklos, was sich gestern im Olympia-Eisstadion abspielte. Zu feiern gab es trotzdem einen Anlass für die 4190 Fans. Am Ende stand ein 3:2 (2:1, 0:1, 1:0)-Erfolg über die Düsseldorfer EG. Optimaler Saisonauftakt also nach dem 2:1 am Freitag in Augsburg. Die als Haupt-Gegenspieler von Meister Mannheim gehandelten Münchner sind schon einmal auf Kurs.

Und man merkt schon an diesem Auftaktwochenende: Es hat sein Gutes, dass man schon vor dem DEL-Start mit der Vorrunde der Champions League ein bisschen Ernstfall in den Beinen hatte. „Vieles ist bei uns schon ganz gut eingespielt“, sagte Neuzugang Philip Gogulla, der nachträglich für sein 800. DEL-Spiel geehrt wurde. Bei den praktisch komplett runderneuerten Düsseldorfern ist man noch nicht ganz soweit.

Und doch schien das Team von Trainer Harold Kreis drauf und dran zu sein, den Partycrasher zu geben. In Minute zwei rauschte Alex Barta mit dem Puck los und knallte ihn flach neben den Pfosten ins Netz. Wirklich stören wollten sich die Münchner daran nicht. Im Gegenteil: Der EHC bedrängten das Tor von Schlussmann Mathias Niederberger eben noch etwas wuchtiger.

Zählbares? Ließ ja auch nicht lange auf sich warten. Keine zwei Minuten später bugsierte Youngster Jason Peterka einen Querpass von Maximilian Daubner über die Linie. Und es ist aus Münchner Sicht die wohl schönste Geschichte dieses ersten Heimauftritts, dass der gerade 17-Jährige gleich zweimal zulangte. In der 17. Minute angelte sich der just in diesem Moment von der Strafbank zurückgekehrte Derek Roy den Puck, seinen feinen Pass versenkte Peterka humorlos im Tor. Auch Nebenmann Daubner fand’s bemerkenswert. „Der JJ ist ein Super-Mann“, sagte er.

Wenn man den zunächst drückend überlegenen Münchnern einen Vorwurf machen wollte, dann sicher den, dass sie im zweiten Drittel vom Gas gingen. Der EHC leistete sich unnötige Strafen – Starzugang Roy musste sogar volle vier Minuten vom Eis. Das Münchner Unterzahlspiel funktionierte. Und doch: Man brachte Düsseldorf Schritt für Schritt ins Spiel. Marko Nowaks 2:2 knapp zwei Minuten vor der zweiten Sirene kam zumindest nicht überraschend.

So entwickelte sich ein rasantes, über weite Strecken hochklassiges und vor allem spannendes Eishockeyspiel. In dem ein zweiter Youngster dann den EHC auf Kurs brachte. Justin Schütz hatte dem Vizemeister schon am Freitag den Siegtreffer beschert. Und das glückte dem 19-Jährigen auch diesmal. Mark Voakes flippte die Scheibe durch die Düsseldorfer Defensive, Schütz versenkte kühl zum 3:2.

Das schaukelte der EHC diesmal über die Zeit. Und hat nun eine noch dickere Aufgabe vor sich: Am Freitag geht es nach Mannheim.

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