Die neue Flexibilität

Härtetest für den Bayern-Kader

von Redaktion

MANUEL BONKE

Kurz vor dem Start der Champions League erreichten den FC Bayern vergangene Woche gleich zwei personelle Hiobsbotschaften: Sowohl Leon Goretzka (Operation nach Bluterguss) als auch David Alaba (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) stehen dem FC Bayern länger nicht zur Verfügung – sie fehlen damit auch am Mittwoch beim Königsklassen-Auftakt gegen Roter Stern Belgrad,

Die Münchner Verantwortlichen um Sportdirektor Hasan Salihamidzic haben ihren Kader für diese Saison trotz Umbruchs bewusst klein gehalten. Statt viele Spieler für verschiedene Positionen zu verpflichten, verstärkte sich der Rekordmeister mit einigen ausgesuchten Spieler für viele Positionen. Die Münchner bevorzugten es in dieser Transferperiode also, Profis unter Vertrag zu nehmen, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind. Das war dem Vernehmen nach übrigens ein weiterer Grund, weshalb die Bayern-Bosse in diesem Sommer auf einen Transfer von RB-Angreifer Timo Werner verzichteten.

Beim Spitzenspiel in Leipzig war die angesprochene Transferstrategie nun auch auf dem Platz sichtbar: Alaba konnte wegen seiner Verletzung nicht spielen. Also stellte Trainer Niko Kovac kurzerhand den etatmäßigen Innenverteidiger Lucas Hernandez auf die Linksverteidiger-Position, beorderte Jerome Boateng von der Ersatzbank ins Abwehr-Zentrum, obwohl dort auch Benjamin Pavard hätten spielen können. Pavard war aber als Rechtsverteidiger gefragt, weil Joshua Kimmich im Mittelfeld spielte. Mit einem Wechsel ließ sich so die taktische Ausrichtung auf vier Positionen ändern.

Wie sich die Flexibilität einzelner Akteure des FC Bayern auf den Erfolg der Mannschaft auswirkt, werden die nächsten Wochen zeigen. Es liegt nun an Kovac, seine Spieler über die ganze Saison hinweg taktisch so vorzubereiten, dass es im Ernstfall keine Umstellungsschwierigkeiten gibt – ansonsten hat der FC Bayern in der Tat ein Kader-Problem.

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