von Redaktion

Lissabon – Mit einem entspannten Lächeln kaute Timo Werner an den letzten Bissen der hochverdienten Stärkung, doch hungrig blieb RB Leipzigs Torjäger trotzdem. Der Doppelpack im ohrenbetäubend lauten Estadio da Luz, der Auftaktsieg in der Champions League bei Benfica Lissabon: Alles nur Appetitanreger für den Erfolgs-Stürmer, der gleich auf die kommenden Heimspiele in der Königsklasse schielte. Und gar auf den Gruppensieg.

„Es war nicht so, dass wir hierher fahren, um dabei zu sein. Wir wollen weiterkommen. Und wir wollen auch als Tabellenerster weiterkommen, wenn es möglich ist“, sagte der 23-Jährige nach dem 2:1 (0:0) beim portugiesischen Rekordmeister. Reine Utopie ist Werners Zielsetzung keinesfalls mehr. Schon gar nicht, wenn Werner zu Hause gegen Olympique Lyon (2. Oktober) und Zenit St. Petersburg (23. Oktober) so zündet wie in der Stadt des Lichts. Die Statistik spricht bislang freilich gegen ihn – alle seine fünf Treffer in der Königsklasse erzielte Werner bislang auswärts.

Das will er ändern, aber nicht nur Werner, das ganze Team ist selbstbewusster geworden. „Als Mannschaft machen wir es sehr gut. Wir spielen geilen Fußball. Natürlich gibt es Dinge, die wir besser machen müssen, aber wir sind in der Entwicklung“, sagte Emil Forsberg. Gegen Benfica bewies Leipzig im ersten Durchgang, dass es auch unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann kompakt zu stehen weiß. „Wir wollten unbedingt den Auftaktsieg“, sagte Nagelsmann: „Man muss sagen, dass wir die Momente mehr auf unserer Seite hatten als Benfica.“

Im zweiten Abschnitt, als Werner in der 69. und 78. Minute vollstreckte, zeigte sich in der Tat der neue Offensivgeist a la Nagelsmann. Dass es nach dem 1:2 durch den Ex-Frankfurter Haris Seferovic (84.) noch einmal eng wurde, ist geschenkt. Einer der wenigen unachtsamen Momente, die unter „Lerneffekt“ verbucht werden.

Am Ende reichte es, denn sie haben ja Werner, auch wenn der seine Glanzleistung herunterspielte. „Wir spielen nach vorne und dann darf am Ende einer die Tore schießen. Das bin nicht nur ich, das sind auch andere, aber dafür bin ich hauptsächlich da.“ sid

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