Apeldoorn – Der Medaillentraum ist vorbei: Die deutschen Volleyballer sind bei der EM im Viertelfinale trotz einer vor allem kämpferisch überzeugenden Leistung ausgeschieden. In der Runde der letzten Acht unterlag das Team von Bundestrainer Andrea Giani Weltmeister Polen mit 0:3 (19:25, 21:25, 18:25) und fährt ohne das avisierte Edelmetall nach Hause.
„Wir haben schon unsere Grenzen aufgezeigt bekommen, was im Grunde keine Schande ist, so wie Polen im Moment spielt“, sagte Kapitän Lukas Kampa: „Wir haben verdient verloren, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“
Gegen die vom früheren Bundestrainer Vital Heynen betreuten Polen begann die deutsche Mannschaft selbstbewusst und machte viel Druck im Aufschlag. Auch von dem infernalischen Lärm, den die 6200 polnischen Zuschauer im Velodrom von Apeldoorn veranstalteten, ließ sich das Team um Diagonalangreifer Georg Grozer nicht beeindrucken.
„Wir müssen Business Class fliegen“, hatte Giani in Anspielung an die derzeitige Stärke des Gegners vor dem Spiel gefordert. Das gelang aber nur phasenweise. Im Verlauf des ersten Satzes ließ seine Mannschaft zu viele Gelegenheiten aus, Polen nutzte die kleinen Schwächen des Gegners und gewann den Durchgang souverän.
Deutschland blieb selbstbewusst, ging weiter volles Risiko und konnte den zweiten Satz zu Beginn offen gestalten. Die polnischen Angreifer Wilfredo Leon und Maciej Musaj bereiteten dem deutschen Block jedoch große Probleme, zudem schlichen sich erneut Fehler ein. Grozers starke Angriffe waren zu wenig, um Polen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Auch im dritten Satz ließ das Giani-Team aufblitzen, dass es phasenweise mit dem Niveau der Polen mithalten kann. Allerdings gelang es nicht, die nötige Konstanz an den Tag zu legen, um den Favoriten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.
Nach der durchwachsenen Vorrunde mit nur zwei Siegen aus fünf Spielen hatte die Giani-Auswahl erst im Achtelfinale gegen die Niederlande (3:1) eine ansprechende Leistung gezeigt. Gegen Polen hätte es einer weiteren Steigerung bedurft – diese jedoch blieb aus.
Nichts war’s mit der angestrebten Medaille. Zudem ging es bei der EM darum, sich für die Olympia-Qualifikation im Januar in Berlin warmzuspielen. Um bei dem Achterturnier das letzte Europaticket für die Sommerspiele 2020 zu gewinnen, müssen Grozer und Co. über sich hinauswachsen. Nur der Sieger fährt nach Tokio. sid