Ein Meilenstein für den MSC

von Redaktion

Münchner Hockeyclub weiht den dringend benötigten neuen Kunstrasenplatz ein – Frauen-Team unter Druck

VON KLAUS KIRSCHNER

München – Am Samstag wird beim Münchner Sportclub das „Millionen-Projekt-Kunstrasen“ offiziell eingeweiht. Ein Meilenstein für den 1896 gegründeten Traditionsclub, dessen Trophäenschrank bestens gefüllt ist. In seiner langen Geschichte gewannen Athleten des MSC unzählige olympische Medaillen, Weltmeisterschaften und nationale Titel im Hockey. Vor drei Jahren erst kam mit dem Triumph in der Euro League ein internationaler Coup hinzu. Und vor einigen Wochen kehrten gleich mehrere MSC-Nachwuchsspieler mit Medaillen von der U-21-EM aus Sevilla zurück.

Aber zuletzt drückten den MSC nicht nur finanzielle Probleme: So ist die Halle auf dem Gelände in der Lerchenau über ein Jahrzehnt wegen Baufälligkeit geschlossen. Beim Bundesliga-Budenzauber muss man auf andere Spielstätten ausweichen. Der einzige Kunstrasenplatz zeigte angesichts des Trainings- und Spielbetriebes der vielen Mannschaften große Abnutzungserscheinungen. Da war es dann mutig vom Vorstand, den vorhandenen Platz zu erneuern und gleich einen neuen Zweiten zu bauen. Das eine Million Euro teure Projekt konnte dank einer Crowdfunding-Aktion (die über 300 000 Euro brachte) und den Zuschüssen von der Stadt und dem BLSV jetzt abgeschlossen werden. „Das kommt dem Spitzen- und dem Breitensport zu Gute, den Zulauf an Jugendlichen konnten wir auf dem einen Platz kaum mehr bewältigen“, betonte MSC-PR-Chefin Hanna Ommert.

Die Bundesliga-Konkurrenz an einigen anderen Standorten kann die Akteure teilweise großzügig entlohnen – der MSC muss weitgehend auf den eigenen Nachwuchs setzen. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar, denn den in den letzten Jahren so erfolgreichen Frauen steht wohl ein knallharter Abstiegskampf bevor. Nach vier Partien hat das Team von Trainer André Schriever erst einen Punkt auf der Habenseite, resultierend aus einem 0:0 beim THC Großflottbek in Hamburg. „Das fühlte sich wie eine Niederlage an. Wir müssen uns in der Offensive steigern“, meinte der Coach. Besser machten es die Zweitliga-Männer, die mit zwei souveränen Siegen (3:1 gegen Lichterfelde und 6:0 beim TC Blau-Weiß) aus Berlin zurückkehrten und damit auf Platz vier kletterten.

Der Samstag ist also ein Meilenstein in der langen Historie des MSC, aber es werden nicht nur langfristig die Weichen für die Zukunft gestellt: Im Anschluss an die Kunstrasen-Eröffnungs-Feier kämpfen die Frauen (gegen die Zehlendorfer Wespen) um die Trendwende, die Männer dagegen wollen (gegen des SC Frankfurt 1880) die positive Serie fortsetzen.

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