Geliebte Aufholjagden: Von 2:4 auf 7:4

von Redaktion

EHC München bleibt nach Sieg im Oberbayern-Derby an der DEL-Spitze – Zwei üble Fouls

VON GÜNTER KLEIN

Ingolstadt/München – Wann fällt beim Eishockey schon mal neun Sekunden, nachdem man angefangen hat, ein Tor? Selten. Gestern Abend passierte es: Beim Stand von 4:4 gingen ERC Ingolstadt und EHC München ins letzte Drittel, und nach neun Sekunden schlug ein Überraschungs-Schlenzer von EHC-Stürmer Yasin Ehliz im ERCI-Tor ein. 5:4 für München – der Treffer, der die vorgezogene Partie des 5. Spieltags in der DEL drehte: Der EHC München gewann 7:4 (1:1, 3:1, 3:0) und bleibt verlustpunktfrei an der Tabellenspitze.

Trainer Don Jackson hatte die Mannschaft ein wenig umbauen müssen. Die Zugänge Blake Parlett (Abwehr) und Derek Roy (Mittelstürmer) fielen aus, dafür konnte Frank Mauer sein erstes Saisonspiel in der DEL bestreiten. Bis auf das Trio Hager, Gogulla und Ehliz wurden die Sturmreihen neu kombiniert. Im Tor blieb der zweite Mann Kevin Reich, er hatte am Sonntag das 4:2 gegen Berlin festgehalten.

Lange hakte es beim EHC. Er geriet 0:1, 1:3 und 2:4 in Rückstand, lief wiederholt in die Konter der Ingolstädter. „Keine Ahnung, was wir uns da denken“, meinte Frank Mauer im MagentaSport-Interview in der zweiten Drittelpause, „es sind unsere Fehler, die zu Gegentoren führen“.

Allerdings machte es das für die Münchner auch interessanter. Sie lieben Aufholjagden, sie bleiben daher ruhig, vor allem im Überzahlspiel, da trafen sie zweimal. „Das Selbstvertrauen haben wir uns über Jahre erarbeitet“, so Frank Mauer.

Das bekam Jochen Reimer zu spüren, Ingolstadts Goalie, der früher beim EHC hielt. Er wurde je zweimal von Yasin Ehliz und Chris Bourque überwunden, zudem von Frank Mauer und Konrad Abeltshauser. Daubner, von der Strafbank kommend, schoss das 7:4.

Gentlemanlike, wie es ihrer sportlichen Klasse entsprechen würde, benahmen sich die Münchner im Oberbayern-Derby nicht. Sowohl Jungstar John Jason Peterka als auch Spielmacher Mark Voakes, beide eigentlich nicht für harte Aktionen bekannt, setzten mit Schulter und Ellbogen je einen Check gegen den Kopf eines Ingolstädter Gegenspielers. In beiden Fällen hatte der Kontrahent keine Chance, sich zu schützen, weil er die Attacke nicht kommen sah. Für ihre „blind side hits“ kamen die beiden Münchner mit kleinen Strafen (Voakes noch plus zehn Minuten Disziplinarstrafe) noch gut davon.

Es gab noch eine zweite Donnerstagspartie in der DEL: Meister Mannheim hatte die Eisbären Berlin mit 4:1 sicher im Griff und fing sich nach durchwachsenem Saisonstart.

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