Die WM der Hitzeopfer

von Redaktion

Die Bilanz der ersten Tagen der Leichtathletik-WM in Doha ist nicht zuletzt eine medizinische. Von den 68 gestarteten Marathonläuferinnen mussten sich 30 in ärztliche Behandlung begeben; deren 28 gaben in dem Nachtrennen bei 32 Grad und 73 Prozent Luftfeuchtigkeit auf. Der Rollstuhl wurde zum Symbol des WM-Auftakts. In ihm landeten zahlreiche entkräftete Sportler. So wie der ukrainische Geher Maryan Zakalnytskyy (siehe oben), der im Ziel zusammenbrach. „Da draußen haben sie uns in einen Backofen geschoben. Sie haben aus uns Meerschweinchen gemacht, Versuchstiere“, sagte der französische Geher Yohann Diniz, Weltmeister von 2017, der nach 20 von 50 km aufgab. „Wir haben mit härtesten Bedingungen gerechnet, aber dass es so hart wird, habe ich nicht erwartet. Über diesen Wettkampf wird man noch in Jahrzehnten sprechen“, sagte der deutsche Geher Carl Dohmann, der starker Siebter wurde. Im Rollstuhl endete auch das 10 000-Rennen der deutschen Hoffnung Alina Reh (siehe rechts). Von Bauchkrämpfen geplagt musste die 22-Jährige nach der Hälfte der Distanz aufgeben. Von der Hitze fühlte sie sich allerdings nicht direkt beeinträchtigt: „Es war eher der Wechsel von heiß zu kalt.“ Reh wurde eine halbe Stunde lang im Medical-Center behandelt. Teamarzt Andrew Lichtenthal meinte: „Wir haben sie schnell stabilisieren können.“

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