EHC siegt trotz seiner Mittelstürmer-Not

von Redaktion

Gegen Nürnberg das Standardresultat von 4:1 – Münchner Leihgabe Andy Eder glänzt bei den Ice Tigers

VON GÜNTER KLEIN

München – Der EHC München steht in der Deutschen Eishockey-Liga weiter über den Dingen. Auch das sechste Spiel gewann er glatt und mit voller Punktzahl. Wobei die Nürnberg Ice Tigers ihm mehr zusetzten, als das Resultat von 4:1 (1:0, 0:1, 3:0) es vermuten ließe.

Plötzlich hatte der EHC ein Personalproblem. Am Samstag sperrte DEL-Disziplinarchef Lorenz Funk junior Mark Voakes wegen eines „Checks gegen den Kopf- und nackenbereich“, den der Kanadier am Donnerstag gegen einen Ingolstädter gesetzt hatte, für zwei Spiele. Voakes ist Mittelstürmer, der große Puckverteiler, der Mann, der keine Augen braucht, um zu sehen. Und da Derek Roy, einer mit ähnlichen kreativen Fähigkeiten, verletzt ist, fehlte Trainer Don Jackson nun schon der zweite Center für sein Reihen-Puzzle.

In dieser Situation hätte er seinen Kader gerne mit Andy Eder aufgefüllt, der ein Spiel ebenfalls aus der Mitte lenken kann, doch der 23-Jährige aus Tegernsee steht seit drei Wochen auf der anderen Seite, der EHC hat ihn vorläufig bis Ende November an die Nürnberg Ice Tigers ausgeliehen. Und was soll man sagen? Eder mit seiner Energie tut den Franken gut. Er bot eine starke Partie.

Nürnbergs Trainer Kurt Kleinendorst überraschte auf der Torhüterposition. Statt des Ex-Münchners Niklas Treutle, seiner klaren Nummer eins, nominierte er erstmals Jonas Langmann, der mit Ravensburg Meister in der DEL2 geworden war. Vieles ist neu in Nürnberg, der Kader wurde umgekrempelt, das Management ausgetauscht, der Trainer auch. Geblieben ist die Defensivstärke, die die Ice Tigers in den Begegnungen mit München schon oft gezeigt haben.

Die Abwehrherrlichkeit Nürnbergs hielt bis ins letzte Drittel: Dann ließ Langmann einen Schlenzer von EHC-Verteidiger Daryl Boyle einschlagen (49.), eine Minute später wurde der dem Tor zustrebende Philip Gogulla gefällt, bekam einen Penalty, verwandelte ihn zum 3:1.

Aulie hatte den EHC mit einem Abstauber in Führung gebracht (15.), Brown für Nürnberg ausgeglichen (34.). Das Ungewöhnliche: Das 1:1 ereignete sich, als die Münchner einer mehr waren. sie wackelten dann ein wenig. Fingen sich aber. Mit Empty-net-goal stellte Bourque auf 4:1 – so waren drei der vier Derbys im Vorjahr ausgegangen.

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