Bundesliga-Tabelle

Der Spielplan riecht nach Verschwörung

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

Gut, es ist die kommenden Tage zwar Champions League mit unter anderem den Spielen von Bayer Leverkusen bei Cristiano Ronaldo und der großen Audi-Cup-Revanche, die der FC Bayern bei Tottenham Hotspur anstrebt, doch viel mehr bewegt uns die Bundesliga. Jetzt, wo ihr Tabellenbild endlich mal nach spannender Saison aussieht. Vom Ersten bis zum Achten sind es nur drei Punkte und ein paar lausige Tore. Und vor lauter Ausgeglichenheit ist sogar das passiert: Acht Auswärtssiege an einem Wochenende. Die Bundesliga – halleluja! Da freuen wir uns doch schon auf ein Spiel wie: SC Freiburg – Borussia Dortmund. Vielleicht sehen wir hier einen baldigen Tabellenführer.

Derzeit diskutieren die Fans: Was kann dieser Sport-Club Freiburg tatsächlich? Dritter ist er, erstaunlich. Die Statistiker versuchen, dieser Platzierung den Zauber zu nehmen. Man müsse schon schauen, so argumentieren sie, gegen wen Freiburg bisher gespielt hat. Es waren: 12., 13., 14., 16., 17., 18. Wäre das eine Strecke zwischen dem 10. und 15. Spieltag, würde niemand groß Notiz nehmen von vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage – zu Beginn der Saison entfaltet die Bilanz aber eine ganz andere Wucht. Sie kann einen Schub verleihen und Freiburg besser machen, als es tatsächlich wäre. Verschwörungstheoretiker werden sagen: Dahinter steckt gewiss Fritz Keller, ein genehmer Spielplan war seine Bedingung, dass er sich als DFB-Präsidentschaftskandidat zur Verfügung stellt. Und Joachim Löw wollte das auch so. Steht der SC oben, hat der zur Bequemlichkeit neigende Bundestrainer einen Grund, vor allem die Spiele vor der Haustür zu scouten.

Hingegen die wackeren Paderborner will der DFB („Fußball-Mafia“) schnell wieder loswerden, er hat sie gegen 1., 3., 4., 6., 7. und 10. antreten lassen. Auf den 1. FC Köln wurden 1., 2., 5., 7., 8., 10. gehetzt – weil von oben verhindert werden soll, dass der Aufsteiger sich gleich für die Champions League qualifiziert. Man will ihn in Unruhe stürzen. Keine Frage: Noch nie wurde am Spielplan so sehr geschraubt, um die Liga interessanter zu machen.

Wenn Freiburg gegen Dortmund spielt am Samstag, werden wir sehen, ob der SC nur ein Luftschloss erbaut hat. Oder ob er es wirklich drauf hat. Vielleicht stehen die bisherigen Gegner nur so schlecht da, weil Freiburg sie in 90 Minuten für Wochen demoralisiert hat.

Guenter.Klein@ovb.net

Artikel 1 von 11