HEINRICH HEUTE
Die Fußball-Fans sind sich weltweit einig: Keiner kann die FIFA leiden. Höchstwahrscheinlich mag sich die FIFA selber nicht. Um so verwunderlicher ist es, dass das gerade erschienene „FIFA 20“ garantiert wieder zum erfolgreichsten Videospiel des Jahres wird. Und das mit dem unsympathischen Namen. „FIFA 20“ – das klingt fast so erfreulich wie „Caligula 20“, „S-Bahn-Verspätung 20“ oder „Herzmuskelentzündung 20“. Viele fragen sich: Gibt es das Spiel auch in einer Gianni-Infantino-Edition? Oder als Sepp-Blatter-Retroausgabe? Kann man darin Turniere kaufen, andere Funktionäre schmieren oder Bauarbeiter-Sklaven in Katar vom Stadiondach in die Tiefe stürzen? Es lässt sich kaum erahnen, wie erfolgreich dieses Spiel erst mit einem populäreren Namen wäre, als „Annalena Baerbock 20“, notfalls auch als „Söder 20“. Ein „Greta 20“ wäre ein Milliardenseller.