Mailand als Maßstab

von Redaktion

Nach ihrem BBL-Kantersieg starten die Bayern-Basketballer am Donnerstag in die Euroleague

München – Am Montagabend machte in der Basketballhalle in München ein Witz die Runde. Er ging so: Ein sehr geübter Wiesngänger schafft an einem Tag im Zelt mehr Maß als die Profibasketballer der Hamburg Towers Punkte in einem Viertel. Denn tatsächlich hatten die Hamburger in den ersten zehn Minuten nur sieben Pünktchen gesammelt.

Es ging dann auch nach 40 Minuten nicht gut aus für den Aufsteiger. Im ersten Saisonspiel verprügelte der FC Bayern, der Meister, den Neuling 111:55. Der Hamburger Trainer Mike Taylor erklärte hinterher, dass seine Mannschaft in München einen „Realitycheck“ erfahren habe. „Es war eine große Lernstunde“, sagte er und betonte noch einmal: „Wir haben viel, viel gelernt.“

Wie viel man in diesem ersten Pflichtspiel der Saison dagegen über den FC Bayern gelernt hat, war schwer zu beurteilen. Als Maßstab taugten die Towers einfach nicht. Ein paar Auffälligkeiten aber lassen sich notieren: Der Flügelspieler Nihad Djedovic scheint schon wieder in der Form der Vorsaison, als er den vermutlich besten Basketball seiner Karriere spielte. In nur 15 Minuten auf dem Feld erzielte er 20 Punkte – und leistete sich nur einen Fehlwurf (8/9). Der Serbe Vladimir Lucic, der die WM mitgemacht hatte, verteidigte auf höchstem Niveau. Im ersten Viertel zum Beispiel hatte der Hamburger Yannick Franke den Ball bereits abgeworfen, als Lucic ihn noch von der Seite blockte. In der Bundesliga schaffen das auf diese Art nur wenige. Und der neue US-Center Greg Monroe musste seine offensiven Fähigkeiten nur andeuten, um 18 Punkte (und zehn Rebounds) abzuliefern. Es dürfte die Bayern erfreut haben, dass Monroe zudem mit fünf Assists auch der beste Vorlagengeber der Bayern war. Hinterher verriet er noch, in Zukunft auch ab und zu Dreipunktewürfe nehmen zu wollen.

Diese Auffälligkeiten lassen sich nun an diesem Donnerstag (20.30 Uhr) ernsthaft prüfen, wenn am ersten Euroleague-Spieltag Olimpia Mailand in München spielt – ein Club, der im Sommer richtig aufgerüstet hat. Die Mailänder verpflichteten etwa die Spielmacher Shelvin Mack und Sergio Rodriguez, zuletzt sogar noch den Argentinier Luis Scola. Und angeleitet werden sie von Ettore Messina, einem der besten Trainer, die es in Europa gibt. CHRISTOPHER MELTZER

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