Monster-Saves zur rechten Zeit

von Redaktion

München mit „Bruder Leichtfuß“ – doch Aus den Birken hält 4:2-Sieg fest

Schwenningen/München – Ein Eishockeyfeld ist 60 Meter lang, doch manchmal entscheiden Zentimeter.

Zentimeter vor der Torlinie brachte Danny Aus den Birken, Torhüter des EHC München, jeweils im Liegen noch die Kelle an und den Fanghandschuh auf den Puck, es waren Monster-Saves, als sein Team sie benötigte. Und auch in der Schlüsselszene war Aus den Birken einer der Hauptakteure: Schwenningen bejubelte in der 45. Minute das vermeintliche 3:3, die Tormusik dröhnte bereits durch die Arena – doch Aus den Birken lief sofort protestierend zu den Schiedsrichtern, und die gaben ihm nach mehrminütigem Videostudium recht: „Ich habe die Scheibe in der Fanghand, er schlägt sie mir raus.“ Irregulärer Akt, so bewerteten die Referees das Vorgehen des Schwenningers Troy Bourke, so blieb es beim 3:2 für den EHC, der sich am Ende mit 4:2 (1:1, 2:0, 1:1) den siebten Sieg im siebten Spiel gutschreiben konnte.

Der EHC konnte auf ein funktionierendes Überzahlspiel bauen, in dem Chris Bourque der wichtigste Mann war. Kollege Frank Mauer lobte: „Der kann schießen, passen – klasse, wie er das aufzieht.“ Die Münchner erzielten drei Treffer im Powerplay (Ehliz, Mauer, Parkes), dazu ein Tor in Unterzahl (Kastner). Weniger gut: Der Tabellenführer ließ etliche Konter zu – und viele Schüsse: 39. Danny Aus den Birken brillierte mit einer Fangquote von 94,8 Prozent, fand aber, seine Vorderleute hätten ihm einiges ersparen können. Der EHC musste halt öfter in Unterzahl spielen, auch mal in einer Phase zu Beginn des letzten Drittels mit drei gegen fünf Mann. Leise Kritik des Torwarts an den Schiedsrichtern: „Nicht jede Strafe war eine Strafe.“

Frank Mauer reklamierte, „dass wir mit Bruder Leichtfuß unterwegs waren“. Der hatte einen Platz in der Aufstellung bekommen, weil mit Patrick Hager (Magen-Darm) nach Derek Roy (verletzt) und Mark Voakes (gesperrt) der dritte Mittelstürmer ausfiel. So kam auch Dennis Lobach, 19, zum ersten Saisonspiel (mit überschaubarer Eiszeit von 3:40 Minuten).

Die Nürnberg Ice Tigers legten 2013 in der DEL mit neun Siegen los, München ist dieser Marke schon nahe. Offiziell ist man daran desinteressiert. Danny Aus den Birken: „Auch wenn es eine Floskel ist: Wir gucken nur aufs nächste Spiel.“ Heute (19.30 Uhr) in Köln. GÜNTER KLEIN

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